Metroid: Samus Returns

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Metroid: Samus Returns Review

Ein Liebesbrief an Samus Aran.

Ganze 26 Jahre ist es her, als Kopfgeldjägerin Samus Aran zu ihrem zweiten Abenteuer auf dem GameBoy aufbrach. Ein Abenteuer, welches bis heute von vielen Fans bejubelt wird, jedoch nie einer Maniküre in Form eines Remakes unterzogen wurde. Nun hat Nintendo aber die Gebete der Community erhört und spendiert dem Original eine würdige Neuinterpretation für den Nintendo 3DS.

Metroid: Samus Returns wurde das erste Mal auf der E3 2017 vorgestellt, war jedoch bereits rund zwei bis drei Jahre zuvor in aller Munde. Was geheim gehalten werden soll, bleibt im Zeitalter des Internets nun mal nicht immer geheim. Aufgrund der turbulenten letzten Jahre für Metroid Fans und der Ignoranz für die Franchise seitens Nintendos, schenkte man den unbestätigten Gerüchten jedoch keine weitere Aufmerksamkeit und so versank das Thema rund um Samus‘ Rückkehr auf den Nintendo 3DS wieder in Vergessenheit. Doch was keiner so recht glauben wollte, geschah dann tatsächlich. Neben Metroid Prime 4, welches derzeit für die Nintendo Switch in Entwicklung ist, wurde das heiß ersehnte 2.5D-Abenteuer abseits der Nintendo Direct vorgestellt. Und es sah bombastisch aus.

Metroid: Samus Returns ist kein Remake, welches das Original lediglich in neuem Gewand erstrahlen lässt. Es ist vielmehr eine Neuinterpretation, wie es Metroid: Zero Mission schon war, welches am GameBoy Advance das allererste Abenteuer von Samus neuen Zielgruppen näher brachte. Die Story des Spiels ist simpel: Im Jahre 20X5 schickte die Galaktische Föderation Samus auf den Planeten Zebes, wo erstmals Kontakt zu einer neuen, gefährlichen Spezies gemacht wurde. Die Metroids, welche von da an als große Bedrohung angesehen wurden, mussten ausgerottet werden. Dazu sendete die Galaktische Föderation eine spezielle Einheit auf deren Heimatplaneten SR388, zu der man jedoch bereits nach kurzer Zeit den Kontakt verlor. Somit muss Samus erneut ausrücken, um diese Lebensform ein für alle mal zu vernichten.

Metroid: Samus Returns spielt sich, wie ein 2D-Metroid sich zu spielen hat. Das Team rund um Mercury Steam hat unglaublich gute Arbeit geleistet, wenn es darum geht, Level-Design, Atmosphäre, Flair und perfekte Steuerung zu vereinen. Die düsteren Gänge von SR388 gepaart mit altbekannten Klängen bieten die perfekte Untermalung für ein schauriges Abenteuer. Am Spielgeschehen an sich hat sich nicht viel geändert. Ihr startet ohne viel Equipment in euer Abenteuer und findet auf eurem Weg immer wieder neue Anzüge, Waffen oder Upgrades für beides. Diese sind auch bitter nötig, denn das Spiel bietet einen ungewohnten, recht hohen Schwierigkeitsgrad, der dennoch fordernd und fair ist, wenn man sich eingewöhnt hat. Neu mit an Bord ist das so genannte „Counter Melee“ Feature, welches euch Attacken der Gegner parieren und gleichzeitig kontern lässt. Ihr werdet anfangs sicherlich ein paar Versuche benötigen, bis ihr das richtige Timing raus habt. Habt ihr es aber dann gemeistert, fühlt sich das Kampfgeschehen actiongeladener an, als jemals zuvor.

Wer die Maps und Upgrades des originalen Metroid II in- und auswendig kennt, den wird es freuen, dass Samus Returns auch einige neue Ideen mit sich bringt. Abgesehen von willkommenen Pfad-Änderungen gibt es beispielsweise auch vier neue Fähigkeiten, die sich im Spielverlauf finden lassen. Der Scan-Impuls lässt euch einen großzügigen Bereich auf der Map scannen, welcher dann versteckte Items und Wege kennzeichnet. Kommt ihr beispielsweise in einem Raum nicht voran, vermutet aber, dass es einen geheimen Ausgang gibt, steht ihr damit nun nicht mehr im Dunkeln. Mit dem Volt-Panzer werdet ihr vermutlich am schnellsten Freundschaft schließen. Dieser fängt Schaden, den ihr nehmt, einfach ab. Das geschieht mittels Aeion-Energie, welche ein völlig neues Element im Spiel darstellt. Ist die Energieleiste gefüllt, könnt ihr auch Aeion-Fähigkeiten nutzen. Ist sie hingegen leer, müsst ihr euch um Energie umsehen, die sie wieder auffüllt. So auch beim Beam-Boost, der eurer Waffe einen gehörigen Schub verleiht, aber nur für kurze Zeit wirkt. Durch diesen Boost könnt ihr Gegnern massiven Schaden zufügen oder auch neue Wege auf SR388 freilegen. Und zu guter Letzt wäre da noch der Phasen-Drift. Dieser verlangsamt die Zeit, sodass Blöcke und Steine, die unter euch sofort wegbrechen würden, dies nun zeitverzögert tun und ihr somit neue Wege erkunden könnt, da vormals abgetrennte Bereiche plötzlich in Reichweite sind. All diese Neuerungen fügen sich perfekt in das Spiel ein und verleihen dem Ganzen einen interessanten Twist.

Zusätzlich haben es auch bekannte Upgrades aus anderen Metroid-Spielen in das Remake geschafft, wie beispielsweise der Grapple-Beam oder auch die Power Bombe. Für mich eine gute Entscheidung, denn so kann man Metroid II auf völlig neue Art und Weise erleben, ohne, dass es vom Original zu sehr abweicht. Der Kern des Spiels bleibt ja nach wie vor gleich. Diesmal sind es satte 40 Metroids, denen ihr den Garaus machen müsst, ehe der Planet von der Plage gesäubert ist. Viele davon sind leichtes Kanonenfutter, doch nach einigen Stunden werdet ihr den ersten Mutationen der Metroid-Larve begegnen. Denn die allseits bekannte Metroid-Spezies wird nicht nur von einer Qualle ähnelndem Wesen repräsentiert, sondern kann sich auch zu einem Alpha-, Gamma-, Zeta-, Omega- oder auch einer Queen-Metroid „weiterentwickeln“. Die Kämpfe gegen all diese Formen, gestalten sich unterschiedlich. Zwar müsst ihr immer den Bauch des Metroids mit eurem Ice Beam bzw. einer Missile beschießen, doch wo Alpha-Metroids nur durch die Gegend schwirren, spielen Gamma-Metroids bereits Katz & Maus mit euch und strecken den Kampf über mehrere Räume. Alles ab Zeta-Phase kann man schon mit einem Mini-Boss vergleichen, der euch Geschick und Nerven kosten wird. Ihr werdet sterben – viele, viele Male. Aber nur, bis ihr raus habt, wie sich die einzelnen Metroids verhalten. Habt ihr das durchblickt und bringt einiges an Geduld mit, dann sind auch diese Kämpfe ein Klacks. Doch Geduld ist eine Tugend und davon wird euch das Spiel jede Menge beibringen.

Zu aller Überraschung gibt es noch weitere Elemente und Gegner, die es im Original nicht gab und welche bei euch großes Erstaunen hervorrufen werden. Ich zumindest war einerseits positiv erfreut, andererseits beinahe baff über diese unerwarteten Begegnungen. Man merkt, dass man sich hier während der Entwicklung des Spiels einiges überlegt hat und sich die lange Entwicklungszeit durchaus gelohnt hat. Metroid Fans werden jedenfalls erfreut sein.

Die musikalische Untermalung ist ebenfalls passender denn je. Viele werden die Sounds bereits kennen, denn man hat quasi ein „Best of“ aus allen Metroid-Spielen zusammengetragen. Sehr viele Stücke kommen aus Super Metroid und Metroid Prime, andere wieder sind neu aufgelegte Werke aus dem GameBoy-Klassiker. Der 3D-Effekt des Spiels vermittelt ein sehr immersives Erlebnis, gepaart mit dem Hintergrund-Design inkl. Parallax-Scrolling eine Augenweide. Generell ist das Spiel optisch ein absoluter Hingucker und wohl eines der schönsten Spiele am Nintendo 3DS.

Was den amiibo-Support angeht, so stehen euch vier amiibo zur Auswahl, welche unterschiedliche Elemente freischalten. Neben dem schweren Modus, den ihr nach dem Durchspielen von Metroid: Samus Returns auswählen könnt, habt ihr noch die Möglichkeit den weitaus schwereren Fusion Modus freizuschalten, wenn ihr das Metroid amiibo scannt. Außerdem bekommt ihr gleich den Suit aus Metroid Fusion dazu. Das amiibo mit Samus in Hocke gibt euch einen zusätzlichen Energie-Container und Metroid II Artwork, nach Beendigung des Spiels. Einen weiteren Energie-Container sowie Zugang zum kompletten Soundtrack verleiht euch das Zero Suit Samus amiibo und einen Missile Container inklusive Artwork nach dem Spiel gibt’s vom Samus amiibo aus Super Smash Bros.

Was bleibt abschließend noch zu sagen, außer, dass Metroid: Samus Returns eines der besten Metroid-Spiele ist, das ich in meinem Leben gespielt habe? Es ist schlichtweg eine Lobeshymne an Fans der Franchise und des GameBoy-Originals. Wer einen Nintendo 3DS besitzt und ein forderndes Action-Adventure spielen möchte, kommt an Metroid: Samus Returns definitiv nicht vorbei. Pflichtkauf! Punkt.

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


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The Good

  • Brilliante Neuinterpretation des Originals
  • Stimmiger Soundtrack
  • Tolle Präsentation
  • Makellose Steuerung

The Bad

  • Knackiger Schwierigkeitsgrad wird Neulinge verschrecken
10

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at