Matterfall

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Matterfall Review

Treffen sich Samus Aran, Mega Man und ein paar Bullets für ein Spiel aus der Hölle …

Matterfall ist ein Spiel, welches mir bis vor wenigen Stunden absolut kein Begriff war. Es ist eines von vielen PlayStation 4 exklusiven Spielen, die Sony auf die Gamer loslässt und auch prominent bewirbt. Hätte man mir vorher gesagt, dass es eine Mischung aus Super Metroid, Mega Man und diversen Bullet Hell Shootern ist, hätte das Spiel vermutlich schon viel früher mein Interesse geweckt. Nun, gut, dass es mich doch noch erreicht hat.

Die Einführung in das Spiel ließ mich etwas schmunzeln. Es präsentierte sich eine Frau in einem Weltraumanzug mit einer Waffe an ihrem gesamten Arm als Protagonistin des Spiels. Neben dem Fernseher steht meine Samus Aran Statue, welche wohl als Vorlage für unsere Heldin gedient hat. Die ersten Schritte in diesem Sidescroller sind dann auch schnell erklärt. Ihr bewegt euch mittels Schnellschritt fort, könnt springen, angreifen und dashen. Letzteres entfacht einen kleinen Explosionsradius, welcher eure Gegner für kurze Zeit bewegungsunfähig macht. Schaltet ihr Gegner in diesem Zeitfenster aus, macht ihr mehr Punkte und braucht auch weniger Munition (welche jedoch ohnehin kein Limit hat), um euren Widersacher zu beseitigen. Außerdem könnt ihr noch einen Energiestrahl verwenden, um Plattformen erscheinen zu lassen oder auch spezielle Materien zu zerstören, welche oftmals nicht nur Punkte für euren Highscore, sondern auch darin gefangene Menschen festhalten. Solltet ihr in Bedrängnis kommen und gegnerische Projektile auf euch zufliegen, könnt ihr diese mit eurem Dash zerstören und nehmt dabei keinerlei Schaden. Was recht einfach klingt, wird in der Hitze des Gefechts jedoch richtig knackig. Oftmals sind pfeilschnelle Eingaben am Controller erforderlich, um durch richtig fordernde Passagen zu kommen, damit ihr den nächsten Checkpoint erreicht. Insgesamt verschlägt es euch so durch drei Welten mit jeweils drei Leveln und einem Boss-Gegner.

Wenn man ein geschicktes Händchen beweist, kann einem das Spiel rund zwei bis drei Stunden auf normalem Schwierigkeitsgrad beschäftigen. Die meisten Level sind für erfahrene Spieler keine wirkliche Herausforderung, lediglich eine Handvoll Stellen im Spiel können ärgerlich sein, da hier die Checkpoints etwas unfair gesetzt sind und man eine wahnwitzige Anzahl an Gegnern und Projektilen ausweichen muss. Hat man jedoch eine gute Kombination aus Upgrades- bzw. Sekundärwaffen, die man im Laufe des Spiels erhält, gefunden, kann es schon um einiges einfacher werden. Die Boss-Gegner der einzelnen Welten sind stark geprägt von so genannten „Bullet Hell Shootern“. Wer niemals zuvor mit so einer Art Spiel zu tun hatte, wird sich vermutlich gröbstens die Zähne an den Gegnern ausbeißen. Prinzipiell werden schier endlos viele kleine Projektile in einem Muster von den gegnern verschossen. Wenn man diesen nicht geschickt ausweichen kann, heißt es Game Over. Hier hilft es enorm, wenn ihr die kleinen Splitter einsammelt, die euch die Mini-Gegner hinterlassen, um so euren Spezialangriff zu entfachen, welcher nicht nur die Zeit verlangsamt, sondern auch eine große Portion Schaden austeilt.

Wunderschön anzusehen, sind auch die Partikeleffekte, die im Anschluss das Geschehen am Bildschirm dominieren und oftmals auch von der eigentlichen Situation ablenken. Vor allem beim finalen Endboss des Spiels werdet ihr eure liebe Mühe haben. Dieser macht euch nicht nur durch seine unzähligen Kampf-Phasen das Leben schwer, sondern auch dadurch, dass ihr irgendwann den Überblick verliert und eure Lebensbalken (davon habt ihr im normalen Modus lediglich vier; im leichten Modus auch nur fünf) sich rasend schnell minimieren. Irgendwann resigniert ihr aber auch im leichten Modus und findet euren Meister. Schade, denn bis dorthin ist das Spiel mehr oder weniger ausgewogen gewesen.

Für all jene, die es aber ohne den Zuwachs an grauen Haaren und pulsierenden Schlagadern geschafft haben und mehr wollen: es wartet ja immer noch der schwierige Modus auf euch und die Highscore-Jagd endet ja auch bekanntlich nie. Vor allem nicht, wenn man seine Freunde in der Liste findet und sich keine Blöße geben möchte. Matterfall ist ein recht simpel gestricktes, jedoch schwierig zu meisterndes Gaming-Potpourri bekannter Franchises und kann sich durchaus sehen lassen. Ich persönlich hätte es zwar bevorzugt, wenn man eine gesamte Welt zum Erkunden vieler Geheimnisse gehabt hätte – quasi ein „Bullet Hell Metroidvania“. Das ist es am Ende leider nicht ganz geworden. Dennoch mal etwas erfrischend anderes für einen Sonntagnachmittag.

Wir bedanken uns bei Sony für die Bereitstellung eines Testmusters.

The Good

  • Erfrischendes Setting
  • Makellose Steuerung
  • Schöne Partikeleffekte ...

The Bad

  • ... welche jedoch oft vom Geschehen ablenken
  • Manchmal etwas unausgewogen
  • Teils unfaire Checkpoints
  • Kurze Spielzeit
7

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at