Marvel’s Spider-Man

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Marvel’s Spider-Man Review

Spider-man schwingt sich auf die PlayStation 4.

Lange ist es her, als mich das letzte Videospiel einer Comic-Adaption so richtig von den Socken gehauen hat. Ganz genau neun Jahre und zwar als Batman: Arkham Asylum die letzte Konsolengeneration beehrt hatte. Es war mit seiner dichten Atmosphäre und gut erzählten Story mein Spiel des Jahres 2009 und bis heute noch immer eine Empfehlung, wenn mich jemand nach solcher Art von Spielen fragt. Mit Spider-man konnte ich immer recht wenig anfangen, außer vielleicht mit einigen Memes, die aus der schrägen TV-Zeichentrick-Serie entstanden sind, denn Comics hab ich als Kind eher wenige gelesen. Zudem konnte mich Tobey Maguire als Peter Parker in den Filmen auch niemals wirklich überzeugen und die Bösewichte waren auch eher uninteressant. Doch wenn Sony Spider-man als sein Spiel des Jahres anpreist und das Budget keine Rolle spielt, dann muss vielleicht doch mehr unter der Haube stecken, als man anfangs erkennen mag. So habe ich einfach mal einen Blick riskiert und wurde erstaunlicherweise nicht enttäuscht.

Spider-man ist eher ein Charakter der lockeren Art. Nicht ganz so ulkig wie Deadpool (welcher mein absoluter Lieblingsheld ist), aber auch nicht ganz so verbittert wie Batman. Von daher konnte das Spiel von Anfang an mit einer recht lockeren Atmosphäre punkten. Der Einstieg in die Story passiert recht geordnet und bringt euch nach und nach sämtliche Steuerungsmöglichkeiten bei, bis ihr das erste Mal gegen einen etwas größeren Brocken kämpfen müsst. Vor allem in diesen Kämpfen ist es von Vorteil, euch sämtliche Möglichkeiten, die sich mit Fortlauf des Spiels stets erweitern, gut einzuprägen. Ansonsten heißt es schon mal Game Over. Neben den normalen Schlägen und Tritten könnt ihr euch mit Spidey von Gegner zu Gegner hangeln, diese aus der Luft angreifen, sie zu euch ziehen, Gegenstände auf sie werfen, ihnen solche auch entreißen oder eines von vielen Gadgets auf sie werfen – Gadgets, welche mit Spinnennetzen eure Gegner beeinträchtigen oder gleich ganz ausschalten. Diese könnt ihr mit so genannten Marken freigeschalten. Marken erhaltet ihr durch Nebenmissionen, die überall auf der Karte verteilt und recht abwechslungsreich sind. Das was Spider-man hier wirklich ausgezeichnet macht, ist das Gefühl des Fortschritts und die Handhabung sämtlicher Missionen. In den meisten anderen Spielen habt ihr alle Hotspots von Anfang an auf der Karte eingezeichnet, wodurch ihr förmlich durch das Überangebot erschlagen werdet. In Spider-man erscheinen diese erst mit dem Fortschritt in der Hauptmission und bieten euch kontinuierlich neue, aber niemals zu viele, unterhaltsame Herausforderungen, selbst wenn ihr zuvor bereits das gesamte Gebiet erledigt gehabt hattet.

Nebenmissionen beinhalten u.a. Forschungsstationen von Harry Osborne, welche euch verschiedene wissenschaftliche Aufgaben abverlangen. Der Taskmaster lädt euch zur Schnitzeljagd ein, bei der ihr Drohnen verfolgen und zerstören müsst, Bomben entschärft oder im Ninja-Style Widersacher dem Erdboden gleichmacht. Black Cat hat überall im fiktiven New York ihre Katzenstatuen versteckt, die ihr finden müsst, um ihr geheimes Versteck ausfindig zu machen und natürlich dürft ihr euch eurer Karriere als Fotograf nachkommen, indem ihr Monumente der Stadt perfekt in Szene setzt. Zu dem gesellen sich auch diverse Straßenverbrechen, die es mal verlangen unschuldige Menschen zu retten oder auch Bandenkriege zu beenden und weiters auch noch Verstecke von Fisks Schlägertrupp oder den Dämonen, welche eine große Rolle in der Geschichte spielen. Für all diese (und noch mehr) Aktivitäten sammelt ihr Marken, die ihr gegen neue Gadgets, Upgrades oder auch Anzüge eintauschen könnt, von denen es reichlich gibt und jeden Spider-man Fan glücklich stimmen sollte. Für jeden neuen Anzug gibt es auch eine zugehörige aktive Anzugsfähigkeit, mit der ihr bei voll aufgeladenen Fokusbalken verschiedene Angriffe loslasst, wie beispielsweise negative Energie oder ein Karussell an Spinnennetzen. Wo bei Anzügen jeweils nur eine aktive Fähigkeit ausgewählt werden kann, stehen auch bei den passiven Fähigkeiten aber gleich drei Spots zum Befüllen zur Verfügung. So könnt ihr euch das Spiel selbst leichter oder schwere machen, je nachdem, was ihr alles miteinander kombiniert.

Spider-mans physische Talente könnt ihr über den Levelaufstieg freischalten, welcher sehr angenehm implementiert ist und absolut keinen Grind erfordert. So viel zu all den Lootbox-Modellen und den Argumenten der anderen geldgierigen Publisher, dass Spieler ja eine “bezahlte Abkürzung” zum Ziel nehmen können. In Spider-man macht jede einzelne Minute Spaß. Teile des Spiel mit zusätzlichen Mikrotransaktionen zu überspringen wäre eine Schande. Ich hatte sogar so viel Spaß damit, einfach nur durch die Gegend zu hangeln, dass ich die ersten zehn Stunden des Spiels nur Nebenmissionen gemacht hatte oder auf der Suche nach diversen Rücksäcken war, welche Erinnerungsstücke von Spidey beinhalteten. Oder einfach nur mal die Aussicht vom höchsten Punkt der Stadt genießen, welche wirklich eindrucksvoll in Szene gesetzt ist. Recht beeindruckend sind auch sämtliche Gesichter und Animationen im Spiel. Es wirkt alles verblüffend echt und stimmig, wodurch man oft den Eindruck erhält, als wäre man in einem interaktiven Film gefangen. Auch Boss-Kämpfe gegen bekannte Figuren aus dem Spider-man Universum sind klug umgesetzt worden und teilweise ein Hammer im Hinblick auf diverse Effekte und Abläufe. Da ich ungern einer Geschichte viel vorweg nehmen möchte, werde ich auch über diese keine weiteren Worte verlieren, um euch nicht den Spaß zu nehmen. Aber lasst es mich mal so sagen: ihr werdet auf einige bekannte Gesichter treffen und auch wenn die Geschichte für Comic-Veteranen ein wenig vorhersehbar ist, gibt es doch die ein oder andere Überraschung oder auch Anspielung auf kleine Details des beliebten Spinnenmanns. Ich mach’s einfach kurz und knackig: Spider-man ist wohl der unerwartete Höhepunkt auf Sonys PlayStation 4 dieses Jahres und hat endlich eine würdige Videospielumsetzung erhalten. Spielt es, ihr werdet es nicht bereuen!


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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The Good

  • Technisch einwandfrei umgesetzte Schwungtechnik mit Spaßfaktor
  • Grafisch ein Hammer, sowohl bei der Umgebung als auch dem Charakterdesign
  • Viele bekannte Gesichter aus dem Spider-man Universum
  • Tolle inszenierte Boss-Kämpfe
  • Viel Abwechslung bei den Nebenmissionen

The Bad

  • So gut die Steuerung auch ist, ab und zu tut sie dann doch nicht, was man möchte. Vor allem nicht, wenn man zu schnell dran ist.
  • Zwischen den Hauptmissionen wird man immer wieder gezwungen, Nebenmissionen zu erledigen.
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at