Mario Party: The Top 100

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Das tatsächlich Beste, das Mario Party zu bieten hat?

Nun ist es also geschehen. Nach zehn Titeln der Hauptreihe und einigen Ablegern für Nintendos Handheld-Konsolen steht uns nun also die erste Best-of Kompilation der Spielreihe für den Nintendo 3DS ins Haus. Die etwas ältere Generation unter uns wird sich wohl noch an die Anfänge der Serie erinnern können, die den erfolgreichen Party-Boom ausgelöst haben. Doch wie auch schon bei den meisten Film-Fortsetzungen gilt: je höher die Zahl hinter dem Titel, desto schlechter das Produkt. Bei Mario Party trifft das seit geraumer Zeit ebenfalls voll und ganz zu, denn man hatte sich schon vor Längerem vom klassischen Brettspiel-Modus verabschiedet und versucht halbgares Zeug und neue Arten ein Brettspiel zu spielen als spaßig zu verkaufen. Doch die Party-Meute lässt sich nunmal nicht beirren und deklarierte die Franchise schon vor Langem als den übrig gebliebenen Schatten ihrer selbst. Kann das Best-of also nun wieder an die alten Zeiten anknüpfen oder verfehlt auch diese Selektion das Schwarze? Nun, wir hatten einige Freunde zu mehreren Party-Abenden eingeladen und ließen die Gäste am Urteil teilhaben.

Eines vorweg: wer bereits Mario Party: Star Rush gespielt hat, der wird sich in Mario Party: The Top 100 ziemlich schnell zurechtfinden. Das Spielprinzip des Party-Modus ist nämlich exakt das gleiche, wie es auch schon in Star Rush der Fall war. Sämtliche Spieler würfeln zugleich und ziehen ihre gewürfelten Schritte unisono. Wer dann als erstes beim Sternen-Ballon ankommt und das nötige Kleingeld parat hat, darf zuschlagen. Alle anderen gehen leer aus. Das Spielbrett besteht lediglich aus vielen an ein Schachfeld erinnernde quadratischen Kacheln, die zwar Action-Felder beinhalten, welche den Spielverlauf beeinflussen können, aber vom klassischen Mario Party Charme ist nicht mehr viel übrig geblieben. Der Brettspiel-Modus kann mit unterschiedlicher Rundenanzahl gespielt werden, je nachdem, wie viel oder wenig Freude man daran findet und zwischen den Runden gibt es immer wieder Minispiele, um sich seine Münzen für die Sterne zu verdienen. Aber nachdem unsere Party-Gäste mehr als nur enttäuscht darüber waren (diese hatten Mario Party: Star Rush und auch die letzten Ableger der Hauptreihe nicht gekannt), lässt sich mit ruhigem Gewissen sagen, dass dieser keinesfalls gut ankommt und auch nur wenig Spaß bereitet.

Was sich jedoch durchaus sehen lassen kann und gleichzeitig das Highlight des Spiel darstellt, sind die 100 Minispiele, die aus sämtlichen Mario Party Hauptspielen (sprich: 1-10, jedoch keine Handheld-Ableger) zusammengetragen wurden. Mit aufpolierter Grafik und neuen Soundeffekten lassen sich die kurzweiligen Spaßhäppchen auf verschiedenste Arten und Weisen genießen. Ihr könnt jedes Spielchen einzeln absolvieren oder neben vorgefertigten Spiele-Paketen auch eigene zusammenstellen, die ihr dann im Party-Modus per Zufallsauswahl konsumieren könnt. Da letzterer jedoch wenig Begeisterung verbreitet, lässt sich das Ganze besser auf den Minispiel-Inseln bewältigen. Hier könnt ihr nach und nach neue Minispiele freischalten, da euch nicht alle gleich von Anfang an zur Verfügung stehen. Insgesamt vier Inseln müsst ihr dabei abgrasen und die an Super Mario 3 erinnernde Map erkunden. Könnt ihr die Minispiele gewinnen, fügen sich diese zu eurem am Ende kompletten Repertoire an Minispielen für künftige Party-Abende hinzu. amiibo könnt ihr übrigens zum Schummeln verwenden. Ihr erhaltet dadurch entweder Münzen, Leben oder ganze Minispiel-Pakete, die ihr sonst mühselig freischalten müsstet.

Das Beste an Mario Party: The Top 100 ist jedoch, dass ihr das gesamte Spiel und damit auch sämtliche Modi und Minispiele mit einem einzigen Modul im Mehrspieler-Modus genießen könnt. Die restlichen bis zu drei Spieler können das Spiel via Download-Spiel auf ihren Nintendo 3DS herunterladen und erhalten Zugriff auf das gesamte Spiel, solange der Besitzer des Moduls bzw. des digitalen Downloads zugegen ist. Damit ist keiner Party mehr ein Hindernis gesetzt!

Dennoch bleibt es eine Fragwürdige Entscheidung, das Spiel auf dem Nintendo 3DS zu veröffentlichen und nicht auf der Nintendo Switch, wo das Spiel dann auch am großen TV verfolgbar gewesen wäre. Es ist irgendwie seltsam, wenn jeder am Tisch in seinen Nintendo 3DS starrt, anstatt gemütlich auf der Couch zu sitzen. Aber da spricht ja ohnehin das Design des einzigen(!) Spielbretts im Party-Modus dagegen. Auf den Frust hin, dies nicht mehr genießen zu können, hatten wir an den darauffolgenden Spieleabenden wieder mal Ableger vom Nintendo 64 als auch GameCube am TV flackern lassen und folglich festgestellt, dass an der allgemeinen Meinung “des Schattens” mehr dran ist, als man glauben möchte. Es ist schade, welchen Weg die Mario Party Franchise gegangen ist. Klar, die Best-of Kompilation kann mit seinen Minispielen überzeugen, aber der Rest ist keinesfalls einer pompösen Party würdig. Die guten alten Zeiten der Mario Party sind leider längst Geschichte und das rettet auch diese Minispiel-Sammlung nicht mehr.

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden :)

The Good

  • 100 lustige Minispiele in einem Gesamtpaket
  • Minispiel-Inseln
  • Nur ein Modul für den Mehrspieler-Modus nötig

The Bad

  • Die Spielbretter sind eine Katastrophe und nicht lustig
  • Kein klassischer Brettspiel-Modus
  • Lediglich Minispiele zu spielen wird auf die Dauer langweilig
5

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

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