Main Assembly

By on on Reviews, 2 More

Main Assembly (Early Access) Impressions

Kreativ ins Ziel.

Erinnert ihr euch noch an Banjo-Kazooie: Schraube locker? Falls nicht, ist das keinesfalls tragisch, nachdem es eine Schande für die von mir so geliebte Spieleserie war. Ein Jump’n’Run Spiel in einen LEGO-Baukasten zu verhunzen kam halt bei den Fans gar nicht gut an und so war das Spiel bereits “dead on arrival”. Blendet man jedoch aus, dass Banjo und seine Möwen-Freundin in dem Spiel vorkamen, war es unter der Haube eigentlich recht kreativ. Man musste für jede Mission ein eigenes Gefährt bauen und quasi ein Rätsel lösen, das meist nur mit einem recht ulkig aussehenden Vehikel möglich war. Main Assembly hat sich offenbar dieser Idee angenommen und startet zumindest mal ohne Shitstorm in die Early Access Phase, nachdem man weder Banjo noch Kazooie zur Verfügung hat und ich damit von diesem Indie-Game emotionslos die ersten Eindrücke sammeln konnte.

Sobald ihr Main Assembly das erste Mal gestartet habt, solltet ihr euch sofort ins Tutorial begeben. Dort bekommt ihr Schritt für Schritt beigebracht, wie ihr euer eigenes Vehikel baut. Die Basics sind auch schnell erklärt: Ihr benötigt grundsätzlich mal einen Körper an dem ihr eure Antriebe anbringen könnt (zumeist Räder) und noch einen Sitz, an dem ihr jedes mal euren kleinen, runden Roboter andockt, den ihr dann steuert. Fertig. In weiterer Folge kommen dann aber noch viele Kniffe hinzu, mit denen ihr euer Gefährt nicht nur optisch und in seiner Form aufpolieren könnt, sondern auch bestimmt, wie sich das Vehikel verhält. Sprich: ihr müsst tatsächlich die Steuerung eurer Kreation programmieren. Das klingt erstmal abschreckender, als es vermutlich ist. Wobei ich wohl leicht reden habe, nachdem ich mit Programmieren mein täglich Brot verdiene. Aber die Entwickler haben sich ein nettes Drag’n’Drop System einfallen lassen, womit ihr beispielsweise Antrieb A mit der W-Taste verbinden und Antrieb B mit der S-Taste verbinden könnt. Und schwupps, könnt ihr bereits vor und zurück fahren. Selbes macht ihr noch mit zwei weiteren Antrieben und auch die Lenkung ist fertig. Es ist simpel, intuitiv und sollte auch für all jene zu schaffen sein, die sonst nichts mit programmieren am Hut haben.

Das Spiel bietet euch bislang verschiedene Level, in denen ihr grundsätzlich mal ins Ziel kommen müsst. Aber es gibt auch knifflige Nebenquests, bei denen ihr beispielsweise keine Puppen (jene, die ihr von Modellvorlagen kennt) umfahren dürft oder auch gerade müsst. Es gibt versteckte Sterne als Sammelobjekte, die ihr nur über Rampen oder mit der richtigen Bauweise eures Boliden erreicht oder ihr müsst auch mit ähnlich spannenden Manövern entlegene Plattformen erklimmen, um den begehrten Haken zur Quest zu bekommen und diese abzuschließen. Ansonsten lebt das Spiel von der Kreativität eurer selbst bzw. auch der Community, welche auf verschiedenen Plattformen ihre Werke zur Schau stellt. Viel mehr gibt es derzeit aber nicht zu sehen. Das Spiel hat gerade erst den Early Access Status erreicht und zeigt zumindest schon mal ein solides Fundament. Ob die insgesamt 106 zu sammelnden Sterne im Einzelspielermodus oder die Mehrspieleraktivitäten für euch derzeit ausreichen, um dem Spiel mal eine Chance zu geben, müsst ihr wohl selbst für euch entscheiden. Zum Preis von EUR 19,99 erhaltet ihr jedenfalls ein Sandbox-Spiel, welches euch etliche Stunden an Unterhaltung oder aber auch eine leichte Enttäuschung bieten kann. Für die Kreativen unter euch ist es sicherlich einen Blick wert. Alle anderen sollte sich vielleicht das ein oder andere Video zu dem Spiel ansehen, um sich ein besseres Bild davon machen zu können.

Uns hat es jedenfalls durchaus Spaß gemacht, aber es fehlt wohl noch das gewisse Etwas, um ein klares Kaufargument unterstreichen zu können. Nachdem das Spiel sich aber noch in der Early Access Phase befindet, sehe ich keinen Grund, warum sich das nicht noch ändern könnte. Allenfalls ist es für kreative Bastler einen Blick wert.

PS: Microsoft werd ich Banjo-Kazooie: Schraube locker dennoch nie verzeichen. Punkt.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at