Mafia III

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Mafia III: Zeichen der Zeit Review

In ‚Zeichen der Zeit‚ verschlägt es euch zum Abschluss der DLC-Trilogie an mysteriöse Orte.

„Wow, was habe ich da gerade gespielt?“. Das war meine erste Reaktion, nachdem ich den letzten DLC zu Mafia III hinter mich gebracht hatte. Wobei man das nicht negativ auffassen sollte, denn ich hatte ein großartiges Erlebnis. Vermutlich das beste aus allen drei Teilen der Erweiterungen. Doch irgendwie passte es nicht ganz zu Mafia. Aber lasst es mich kurz erklären.

Die Story beginnt in Sammy’s Bar. Dem Ort, an dem euer Rachefeldzug nach einer Schießerei und der Ermordung eurer schwarzen Clique quasi eingeleitet wurde. Vater James hielt es für eine gute Idee, eine Verabschiedung von Sammy & Co. –welche ihr niemals hattet – dort abzuhalten, damit ihr endlich von der Vergangenheit loslassen könnt. Als ihr dort ankommt, stürmt jedoch eine Frau völlig in Blut gehüllt aus der Tür und stammelt wirre Worte vor sich hin. Ihre Verfolger lassen auch nicht lange auf sich warten und so stürzt ihr euch in den Kampf, ohne großartig zu überlegen. Anschließend klärt euch Anna, die nach wie vor mit ihren Sinnen anderorts ist, mehr oder weniger über die Geschehnisse auf, denen ihr natürlich sofort nachgeht. Eure Spur führt euch zu makaberen Kultisten, die mit jeder Menge Drogencocktails experimentieren und so einige außergewöhnliche Erfahrungen machen, die auch euch in den Bann ziehen. Völlig benebelt bahnt ihr euch dennoch den Weg zur Anführerin. Diesmal jedoch nicht im Rampage-Stil, sondern vielmehr als Sherlock Holmes getarnt. Ihr müsst Spuren finden, Beweise fotografieren und Puzzlestücke suchen, um neue Bereiche zu öffnen. Aber keine Sorge, auch der ein oder andere Schusswechsel wird euch nicht erspart bleiben.

Zeichen der Zeit ist definitiv anders. Es wird viel mehr Fokus auf die Story gelegt und auch die Art und Weise, wie ihr vorankommt, unterscheidet sich massiv vom restlichen Spiel. Ihr bekommt neben neuen Fähigkeiten auch neue Utensilien in die Hand gedrückt, die sich perfekt zum Lösen der Aufgaben eignen. So könnt ihr beispielsweise nun Wurfmesser auf eure Widersacher werfen und diese gezielt ausschalten. Außerdem lässt sich nun auch die Zeit verlangsamen, wenn ihr mit eurer Waffe zielt und die dazugehörige Leiste zuvor durch Kopfschüsse aufgeladen habt. Dies ermöglicht es euch in hektischen Phasen die nötige Ruhe zu bewahren. Eine Schwarzlichtlampe hilft euch, versteckte Botschaften sowie verräterische Spuren zu finden und die Geheimbasen der Kultisten aufzufinden. Habt ihr noch nicht genug vom Detektivspiel, dann wird es euch freuen, dass ihr auch Leichen untersuchen müsst, die hilfreiche Merkmale aufweisen. Abschließend sorgt noch eine Kamera für die nötigen Beweismittel im Kampf gegen die Drogen-Hippies. Habt ihr den DLC dann abgeschlossen, wartet noch die Sanierung von Sammy’s Bar auf euch. Zwischen den Zeilen ein doch recht emotionaler Abschluss von Mafia III.

Fazit

Eines vorweg: wer Mafia III aufgrund der neuen Stilrichtung von Anfang an nicht mochte, wird auch hiermit keine Freude haben. Aber auch jene, die Mafia III als gut befunden haben, werden kurz mal in Schockstarre verfallen. Gameplay-technisch passt der letzte DLC überhaupt nicht zum restlichen Spiel, auch wenn die Story thematisch ‚lediglich‘ die Drogenexzesse und Kultistenaktivitäten der 1960er Jahre aufgreift. Es spielt sich wie eine Mischung aus Resident Evil und dem ‚Baba Yaga‚-DLC von Rise of the Tomb Raider. Da ich großer Fan beider Franchises bin, konnte ich mich auch an der Thematik und Umsetzung des abschließenden Mafia III-DLC erfreuen. Aber ich kann es gut nachvollziehen, wenn man davon eher weniger angetan ist, sollte man knallharte Action erwartet haben, wie in den ersten beiden DLC-Episoden (Teil 1 & Teil 2). Für mich gibt es jedoch keinen Zweifel daran, dass ‚Zeichen der Zeit‚ die stärkste DLC-Episode ist und damit Mafia III einen würdigen Abschluss beschert.

The Good

  • Neue abgedrehte Story
  • Interessantes Setting des DLC
  • 4-5 Stunden Spielzeit

The Bad

  • Hat eigentlich gar nichts mehr mit Mafia zu tun
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at