Luigi’s Mansion

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Luigi’s Mansion Review

Zurück in der Grusel-Villa.

Luigi’s Mansion war im Jahre 2002 eines der ersten Videospiele für den damals brandneuen Nintendo GameCube. Es war von vielen als Enttäuschung abgestempelt worden, da nicht Mario, sondern eben Luigi die Hauptrolle in diesem Gruselspiel innehat. Doch in Wahrheit waren die Kritiker lediglich enttäuscht darüber, dass man auf das erste richtige Super-Mario-Spiel noch eine Zeit lang warten musste. Mir jedenfalls hatte Luigi’s Mansion bereits von Anfang an ausgesprochen gut gefallen, als ich es einige Wochen vor Veröffentlichung bereits anspielen durfte. Der Charme des Schlosses und der vielen unterschiedlichen Geister kann auch heute noch gut mithalten und stellt den in meinen Augen unwürdigen Nachfolger Luigi’s Mansion 2 definitiv in den Schatten. Hier ist, für all jene, die dazumal noch nicht unter den Gamern waren, die Geschichte schnell zusammengefasst: Luigi hatte eines Tages einen Brief mit einer ominösen Gewinnbenachrichtigung erhalten, welche ihm ein ganzes Schloss zuspricht. Zusammen mit seinem Bruder Mario begibt er sich also dorthin, um den Gewinn zu begutachten. Doch Luigi verläuft sich auf dem Weg zur Villa im Wald und verliert den Anschluss an Mario. Letztlich doch noch in der Villa angekommen, trifft er auf Professor I. Gidd, welchem er von all dem und dem Verschwinden von Mario erzählt. Beide werden umgehend von einem Geist angegriffen und suchen das Weite. Daraufhin stattet der Professor Luigi mit dem Schreckweg 08/16, einem klassischen Geisterstaubsauger, und dem Game Boy Horror aus, damit Luigi auf der Suche nach seinem Bruder bestens gewappnet ist.

Die Villa teil sich in mehrere große Abschnitte auf, die ihr nach und nach erkunden werdet. Ausgestattet mit Taschenlampe und Schreckweg 08/16 werdet ihr auch nach einem kurzen Tutorial gleich ins Spielgeschehen geworfen. Das Geisterfangen ist prinzipiell recht einfach: blendet ihr einen Geist mit einer Taschenlampe, so erstarrt dieser für kurze Zeit und ihr könnt ihn einsaugen. Seid ihr zu langsam oder reißt dieser sich los, verschwindet er wieder und taucht kurze Zeit später nochmals auf. Es gibt einerseits recht simple Geister mit verschiedenen Verhaltensmustern und Farben. Die einen jagen euch nach, andere wiederum werfen Bomben nach euch, dann wiederum gibt’s auch äußerst kuschelbedürftige oder jene, die Bananen essen und ihren Mist fallen lassen. Und dann gibt es noch die Geister, welche eine Geschichte erzählen und am Ende in Gemälde festgehalten werden. Jeder Raum in Luigi’s Mansion ist speziell auf einen solchen Gemäldegeist zugeschnitten und mit einem Rätsel verbunden. Beispielsweise sitzt ein Gemäldegeist im Schlafanzug vor dem Spiegel und kämmt sich die Haare. Um seinen Schwachpunkt zu finden, müsst ihr mit eurem Schreckweg 08/16 einfach den Vorhang beiseite ziehen, um einen Windzug zu verursachen. Besagter Geist steht dann auf, um den Vorhang zu richten und gibt dabei sein Herz frei, welches mit 100 Punkten auf eure Saug-Aktion wartet. Gemäldegeister reißen sich öfters mal frei, wodurch ihr das Ganze eventuell wiederholen müsst, bis die Lebenspunkte auf Null gesunken sind und der Gemäldegeist im Schreckweg 08/16 gefangen wurde. Als Belohnung erhaltet ihr meist einen Schlüssel, der einen der Räume in der Villa aufsperrt. In der Nintendo 3DS Fassung sieht man nun praktischerweise auf dem unteren Bildschirm die Karte samt nächstem Ziel. Habt ihr einen Abschnitt abgeschlossen, werden die Gemälde gedruckt, die Finanzen gezählt und der nächste Abschnitt besprochen.

Um noch ein wenig mehr Kreativität einfließen zu lassen, gibt es auch Elementarmünzen, die ihr mit eurem Schreckweg 08/16 verwenden könnt. So kann dieser nach dem Aufsaugen eines Elements entweder Feuer, Wasser oder auch Eis versprühen. Diese werden in weiterer Folge für gewisse Geister benötigt, die zuerst mit einem Element geschwächt werden müssen und dann erst eingesaugt werden können. Zu den bereits bekannten Geistern gesellen sich auch noch Buu-Huus, welche sich nach dem Abschluss eines Raums in einem Objekt darin verstecken. Interagiert ihr mit dem richtigen Objekt, erscheint ein Buu-Huu, den ihr am besten sofort einsaugt. Dieser kann nämlich den Raum verlassen und sich anderswo verstecken. Um euch die Suche zu erleichtern, habt ihr am Game Boy Horror jedoch einen Buu-Huu-Radar, welcher ausschlägt, sobald sich einer im aktuellen Raum befindet. Zu guter Letzt gibt es dann noch die etwas imposanteren Bosskämpfe gegen riesige Geister, welche euch jeweils den Weg zum nächsten Abschnitt ebnen. Luigi’s Mansion ist kein sonderlich langes Spiel, aber es lädt aufgrund der Highscorejagd zum mehrmaligen Durchspielen ein. Ihr werdet für den ersten Durchgang wohl rund sechs Stunden benötigen, erfahrenere Spieler könnten es auch in zirka 90 Minuten schaffen.

Nintendo 3DS

Die Fassung für den Nintendo 3DS bringt einige Neuerungen mit sich, die nicht alle durchwegs positiv sind. Das wohl beste Feature ist aber der stereoskopische 3D-Effekt, welcher bereits am Nintendo GameCube möglich gewesen wäre. Da aber zu dieser Zeit Fernseher mit dieser Funktion alles andere als verbreitet waren, schaffte es der Effekt leider niemals ins finale Master. Nun nimmt das Projekt Luigi’s Mansion jedoch ein gutes Ende und beeindruckt durch den 3D-Effekt umso mehr. Da das Spiel am Nintendo GameCube auch als eine Art Vorzeigespiel galt, um Effekte und Stärke der Konsole zu präsentieren, waren viele Effekte mit Liebe zu Detail implementiert worden. Beispielsweise wurden Schatten in Echtzeit geworfen und auch Staubpartikel flogen nicht nur beim Saugen in der alten Villa durch die Luft, sondern auch im Lichtkegel der Taschenlampe. All die erwähnten Feinheiten werden in der 3DS-Fassung leider schmerzlich vermisst. Dies tut dem Spiel zwar absolut keinen Abbruch, nimmt ihm aber ein wenig die ansonsten dichte Atmosphäre. Dafür gibt es als Bonus eine neue Galerie, in der ihr eure gefangenen Geister nicht nur betrachten, sondern auch nochmals fangen könnt und einen Zweispieler-Modus, wofür jedoch ein zweites Modul benötigt wird, solltet ihr das gesamte Spiel mit einem Partner absolvieren wollen.

Fazit

Auch fast zwei Dekaden nach der ursprünglichen Veröffentlichung hat Luigi’s Mansion nichts ans Charme eingebüßt. Wenn, dann ist es durch den stereoskopischen 3D-Effekt nur noch immersiver und besser geworden. Leider stellt die Portierung auf den Nintendo 3DS auch ein gewisses Downgrade dar, da man mit dem Nintendo GameCube eine leistungsstärkere Konsole und damit auch mehr Möglichkeiten hatte. Alles das ist am Ende jedoch völlig egal, wenn einen das Spiel in seinen Bann zieht und man plötzlich selbst die bekannte Melodie zu summen beginnt. Luigi’s Mansion ist ein absoluter Pflichtkauf, von dem ich gerne auch eine HD-Version auf der Nintendo Switch sehen würde. Immerhin steht ja Teil 3 quasi schon vor der Tür.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Luigi’s Mansion für Nintendo 3DS

The Good

  • Schönes und zeitgemäßes Remake
  • Endlich mit stereoskopischen 3D-Effekt
  • Wiederspielwert samt Highscorejagd

The Bad

  • Steuerung mittels Gyrosensors bzw. zweiten "Sticks" am New 3DS leider suboptimal
  • Viele Effekte, die am GameCube zu beeindrucken wussten, wurden am 3DS weggelassen
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at