Limbo

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Limbo Review

Ewig gefangen im Limbus.

Limbo war eines der ersten Indie-Games überhaupt, welches zunächst nur über den Summer of Arcade im Jahre 2010 auf der Xbox 360 digital verfügbar war. Zwei Jahre nachdem Spiele von Indie-Entwicklern erstmals den Markt stürmten, schaffte es auch dieser außergewöhnliche Titel auf unsere Heimkonsolen. Mit seinem einzigartigen Stil in einer unbunten Umgebung als auch dichten Atmosphäre konnte der Titel nicht nur durch seine Präsentation, sondern auch aufgrund der vielen kleinen, aber feinen Rätsel überzeugen. Nun schafft es dieser auch auf die Nintendo Switch und versucht so neue Zielgruppen zu erreichen.

Ihr spielt einen kleinen Jungen, der inmitten der Finsternis langsam aber sicher wieder zu seinem Bewusstsein kommt. Ihr wisst nicht wo ihr euch befindet oder wie ihr hierher gelangt seid. Nichtwissend was vor euch liegt schreitet ihr jedoch voran und müsst folglich mehrere Hürden in Form von kleinen Rätseln knacken, um der finsteren Hölle zu entkommen. Diese können mal eine riesige Spinne sein, die euch bei jeder Gelegenheit abmurksen möchte oder auch mal andere Kinder, die mit Giftpfeilen nach euch schießen. Limbo spielt jedoch nicht nur mit eurer panischen Angst um zu entkommen, sondern hält auch die ein oder andere Rätseleinlage für euch parat. Manchmal müsst ihr mit Schaltern gewisse Objekte steuern, um neue Wege zu öffnen, ein anderes mal spielen physikalische Gesetze eine wichtige Rolle. Jedes noch so kleine Detail sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden, da euch die Rätsel am Ende sehr viel mehr Kreativität abverlangen, als noch zu Beginn. Dort spielen sich diese meist auf einem Bildschirm ab, ohne, dass ihr viel im Level herumirren müsst. Später können schon mal zwei unabhängig von einander scheinende Kopfnüsse miteinander verbunden werden, um Abgründe zu überwinden oder auch höher gelegene Ebenen zu erreichen. Dabei setzt Limbo hauptsächlich auf logisches Denken und spricht jedermann an. Man muss keinesfalls höhere Physik studiert haben, um Limbo erfolgreich durchspielen zu können.

Die dichte Atmosphäre durch die doch recht simpel gehaltene Präsentation wird noch durch einen beklemmenden Soundtrack und dem ein oder anderen schrillen Effekt bestens untermalt. Das knapp 3- bis 4-stündige Puzzle-Jump’n’Run hat dann noch einen genialen Twist am Ende, welcher euch sicherlich gefallen wird und wohl dem Titel des Spiels einen tieferen Sinn verleiht. Wer sich eine kleine Zusatzaufgabe leisten möchte, der kann die versteckten weißen Steine einsammeln, die man hier und da mal findet. Wirklichen Sinn ergeben diese aber nicht und auch sonst schalten sie nichts frei. Auf der Xbox 360 bekam man ursprünglich dafür mal Achievements, die es aber bekanntlich auf Nintendo Konsolen nicht gibt. Abschließen bleibt zu sagen, dass Limbo auch acht Jahre später immer noch ein wunderbares Stück Software für einen Abend ist und es definitiv jeder zumindest einmal gespielt haben sollte. Für rund zehn Euro ist man auch preislich in einem absolut fairen Rahmen unterwegs und kann es auch überall mit hinnehmen. Von uns gibt’s allenfalls eine klare Empfehlung.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Limbo gibt es im österreichischen oder auch deutschen Nintendo eShop digital zu erwerben.

The Good

  • Beklemmende Präsentation samt Soundtrack
  • Simple und doch fordernde Rätsel
  • Perfekte Rätsel-Action für zwischendurch
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

The Bad

  • Für manche Spieler mit 3-4 Stunden wohl zu kurz
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at