Landwirtschafts-Simulator 17

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Landwirtschafts-Simulator 17 Review

Morgenstund hat Gold im Mund.

Bevor ich euch meine Eindrücke vom Landwirtschafts-Simulator 17 näher bringe, möchte ich euch noch eine Anekdote aus meinem Leben erzählen. Im Jahre 2012 veröffentlichte ich zusammen mit meinem Kollegen Fatih Olcaydu unser erstes Smartphone-Game Diskobolos. Am selben Tag stürmte auch der Landwirtschafts-Simulator 2012 den AppStore und wir hatten das anfangs noch ziemlich belächelt, als wir dem Treiben an der Spitze der Verkaufscharts zusahen. Doch das Lachen verging uns schneller, als wir dachten, denn der Landwirtschafts-Simulator schnellte bereits nach wenigen Stunden an die Spitze der Charts und festigte seine Position dort. Seither hatte ich immer gemischte Gefühle zu dieser Franchise, muss aber auch gestehen, dass ich niemals einen genauen Blick darauf geworfen hatte. Das sollte sich nun ändern, da es immer wieder Anfragen von Freunden und Bekannten gab, was man denn für Spiele empfehlen könnte, wenn der Sohn oder Enkel gerne mit Traktoren hantiert. Nun, viel Auswahl bleibt da eben nicht übrig und blinde Empfehlungen möchte ich – selbst wenn es der einzige Simulator dieser Art auf dem Markt ist – nicht aussprechen. Und so begann quasi meine Berufung als Landwirt.

Ich habe mich zu diesem Zweck für die Nintendo Switch Version entschieden, die im Vergleich zu den Versionen auf anderen Konsolen oder auch am PC jedoch nicht sämtliche Features bietet, die es dort auch gibt. Beispielsweise könnt ihr auf der Nintendo Switch nur alleine spielen und nicht über das Internet mit bis zu 6 (PS4, Xbox One) bzw. 16 Spielern (PC), was in meinen Augen aber nicht weiter ins Gewicht fällt, da ich bei einer Simulation immer meine eigene Vision im Kopf habe, die ich auch gerne selbst in die Tat umsetzen möchte. Außerdem ist die portable Konsole von Nintendo in meinen Augen der beste Weg dem Landleben auch unterwegs zu frönen, da man immer wieder kleine Fortschritte machen kann, ohne stundenlang vor dem Bildschirm sitzen zu müssen. Das große Problem, das der Landwirtschafts-Simulator 17 jedoch mit sich bringt, ist der Einstieg für Neulinge. Ist man bereits ein routinierter Bauer, der bereits die letzten Jahre über Erfahrung gesammelt hat, so wird einem der Beginn der neuen Karriere einfach fallen. Neulinge hingegen können zwar die gut erklärenden Tutorials durchackern, aber wenn es dann wirklich ans Eingemachte geht, wird man ein wenig fallen gelassen und muss sich durch Trial-and-Error oder einigen Suchanfragen im Internet Abhilfe schaffen. Hat man dann aber schön langsam den Dreh raus, weiß das Spiel auf voller Linie zu begeistern und das ist das wohl Überraschendste für mich persönlich. Dort, wo ich etwas Halbgares erwartet hatte, versteckt sich eine durch und durch realistische Simulation mit hohem Detailgrad in jedem noch so erdenklich kleinen Aspekt.

Nicht nur die mehr als 250 Marken-Geräte können überzeugen, sondern auch der Ablauf auf der Landwirtschaft. Ihr müsst Felder ernten, diese wieder umpflügen, Samen ausstreuen, düngen und wiederum ernten. Am Anfang stehen euch zwei große Felder und ein paar Fahrzeuge zur Verfügung, die zur Bewältigung der Aufgaben bereitstehen. Es gilt, den laufenden Kredit mittels eures Ernteertrags abzubezahlen und in weiterer Folge zu expandieren, neue Fahrzeuge und Maschinen zu kaufen oder auch neue Felder in eure Obhut zu nehmen. Dabei könnt ihr sämtliche Aufgaben alleine erledigen oder auch Helfer anstellen, die ihr dann auch bezahlen müsst. Dies ermöglicht euch jedoch, dass ihr mehrere Felder gleichzeitig bewirtschaften und so auch den Umsatz steigern könnt. Ihr habt die Wahl, das Szenario auf zwei unterschiedlichen Gebieten als Bauer oder wahlweise auch Bäuerin auszuleben. Zum einen gibt es ein amerikanisches Setting und zum anderen ein osteuropäisches. Egal, wofür ihr euch letztendlich entscheidet, ihr werdet allenfalls in ein riesiges Gebiet geworfen, das euch nicht nur einige Felder und eure Unterkunft zur Verfügung stellt, sondern auch ein richtiges Landleben samt Einkaufs- oder auch Verkaufsmöglichkeiten bietet. Ihr müsst dann selbst darauf achtgeben, bei welchem Abnehmer ihr am meisten Profit erzielt, ehe ihr das so gewonnene Geld wieder investiert. Investitionen könnt ihr nicht nur mit Maschinen und Geräten tätigen, sondern auch Tiere für euer hart erarbeitetes Geld erwerben. Neu im Landwirtschafts-Simulator 17 sind Schweine, die jedoch nicht wirklich von der sonstigen Tierhaltung abweichen und lediglich das Repertoire erweitern.

Apropos Neuerungen: um die regelmäßig erscheinenden Neuauflagen zu rechtfertigen, wurde natürlich auch wieder am Spielinhalt und den damit verbundenen Möglichkeiten geschraubt. So könnt ihr nun praktischerweise zwischen euren Geräten durchschalten und müsst dadurch weniger zu Fuß rumhatschen. Züge ermöglichen es euch eine große Menge an Waren von A nach B zu befördern und ihr könnt nun auch Radio während eurer Arbeit hören – darunter Sender wie Rock, Pop oder auch Country. Solltet ihr nicht nur Felder bepflanzen wollen, könnt ihr auch der Tierzucht einen Versuch geben. Sind eure Vierbeiner glücklich und werden von euch gut gehalten, können sich diese nämlich auch reproduzieren und zu einem guten Preis verkauft werden. Außerdem stehen euch auch Maschinen zur Holzfällung zur Verfügung, um das Angebot abzurunden. Insgesamt bietet euch der Landwirtschafts-Simulator 17 ein recht ausgeklügeltes und detailliertes Wirtschaftssystem, welches durch einen hohen Detailgrad überzeugen kann. Ich bin erstaunt, wie viel Zeit man damit verbringen kann, ohne es wirklich zu merken. Am Ende bleibt tatsächlich nur der erschwerte Einstieg für Neulinge dem Spiel anzukreiden, da es ansonsten wenig auszusetzen gibt. Für Landwirte oder solche, die es noch werden wollen also eine uneingeschränkte Kaufempfehlung – nicht nur auf der Nintendo Switch!

Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


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The Good

  • Hoher Detailgrad der Maschinen und Fahrzeuge
  • Realistische Umsetzung der Arbeiten
  • Große Auswahl an Geräten
  • Sämtliche Neuerungen sinnvoll und gut umgesetzt

The Bad

  • Einstieg für Neulinge zu schwer
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

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