Horizon Zero Dawn

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Horizon Zero Dawn: The Frozen Wilds Review

Aloy hat noch nicht genug.

Das Jahr 2017 hat unglaublich stark begonnen. Beinahe monatlich wurde man mit Anwärtern auf das Spiel des Jahres überschüttet – darunter auch Horizon Zero Dawn, welches Ende Februar dieses Jahres exklusiv auf der PlayStation 4 erschienen war. Inmitten der Debatten rund um Pay2Win-Szenarien in Einzelspieler-Modi oder dem endlos grausamen Einzug der Lootboxen in Videospielen, erinnert uns die Erweiterung The Frozen Wilds einmal mehr, wie schön doch das Leben als Videospieler sein kann. Kaum ein Spiel hatte mehr Begeisterung ausgelöst und Top-Wertungen abgeräumt, als jener mit Hauptprotagonistin Aloy. Auch wir waren schlichtweg fasziniert davon, wie ihr in unserem Review nachlesen könnt. Als potentieller Anwärter auf das Spiel des Jahres legt dieser nun aber nochmals nach und versucht den Platz ganz oben auf dem Podest abzusichern. Ob das mit The Frozen Wilds auch gelungen ist, haben wir uns angesehen.

Die Erweiterung zieht euch in den hohen Norden – dort, wo der Stamm der Banuk von neuen, wilden Maschinen-Bestien bedroht wird. Als ob das Leben des weitgehend abgeschnittenen Stammen nicht schon schwer genug wäre, ergreift nun ein Dämon Besitz von den Maschinen und macht diese weitaus gefährlicher, als alles bislang dagewesene. Aloy hat es sich natürlich zur Aufgabe gemacht, dem Stamm zu helfen. Doch dieser steht dem Ganzen eher skeptisch gegenüber und unsere Heldin muss erst einige Aufgaben erfüllen, um die Gunst des Stammes zu gewinnen. Danach steht dem Aufstieg auf den Donnerkamm jedoch nichts mehr im Wege. Doch dieser ist aufgrund des starken Schneefalls nicht unbedingt ein leichter. Gepaart mit den üblichen Bedrohungen aus der Wildnis muss sich Aloy mächtig ins Zeug legen, um ihr Vorhaben unbeschadet zu überstehen.

Das Winter-Szenario weiß ungemein zu beeindrucken. Viel zu selten wird dieses in Videospielen als Element eingesetzt. Vielleicht wirkt es aber gerade deshalb so bezaubernd, da es noch nicht so abgenutzt ist, wie viele andere Settings. Vielleicht aber auch, da uns in Österreich – der größten Schination der Welt – der Schnee in den letzten Jahren immer mehr ferngeblieben ist und uns damit das Herz bluten lässt. Allenfalls bietet euch die Schneewelt in The Frozen Wilds nicht nur ein atemberaubendes Bild, sondern auch ein neues Gameplay-Element. Durch die erschwerte Sicht bei starkem Schneefall wird die ohnehin schon fordernde Wildnis nur noch zäher und gefährlicher, da euch an jeder Ecke neue Gefahren auflauern könnten, die ihr auf den ersten Blick überseht. Und wo wir schon bei neuen Gefahren sind: die Erweiterung führt zwei komplett neue Maschinen ein, wovon eine davon noch als Feuer-Variante aufzufinden ist. Der Rest der wilden Bevölkerung besteht auch bereits bekannten Stahltieren, die einfach nur vom Dämon besessen sind.

Waffentechnisch gibt es ebenfalls zwei neue Prunkstücke für eure Sammlung. Zum einen den Feuerspeer und zum anderen den Elektrospeer. Beide geben mächtig Schaden aus, was jedoch auch bitter nötig ist, um die übermächtigen Kreaturen dem Erdboden gleichzumachen. Es gibt nämlich des Weiteren auch neue Kontrolltürme, die eure neuen Widersacher nicht nur stärker machen, sondern auch vollständig wiederherstellen, sollten diese beschädigt werden. Demnach sollte es das erste Ziel sein, diese Türme zu beseitigen, ehe ihr euch an die Metallviecher wagt. Die neuen Fertigkeiten, die euch mit der Erweiterung zur Verfügung stehen, sind jedoch nicht wirklich hilfreich dabei. Der Fokus liegt dabei auf verbündeten Maschinen, die im Hauptspiel eher wenig genutzt wurden. Ansonsten gibt es noch Fertigkeiten, die euch Maschinen reparieren lassen oder euer Inventar vergrößern. Außerdem könnt ihr nun nicht mehr benötigtes Zeug in Metallscherben zerlegen, was zwar durchaus seinen Nutzen hat, aber insgesamt nichts darstellt, was euch vom Hocker hauen würde.

Nach wie vor steht euch die Möglichkeit offen, das Spiel entweder mit voller Kanne voraus oder doch ein wenig schleichfreudiger zu spielen. Ersteres erfordert natürlich jede Menge Waffenkraft, wobei ihr euer gesamtes Repertoire an Utensilien zum Einsatz bringen müsst, wogegen Letzteres ein wenig mehr Geduld fordert, ehe ihr die tödlichen Stiche aus dem Hinterhalt anbringen könnt. Insgesamt bietet euch The Frozen Wilds mehr von dem, was ihr ohnehin schon kennt und von dem die meisten wohl sowieso nicht genug bekommen können. Die neue Umgebung, das neue Setting, die neuen Gegner – all das bietet euch rund zehn(!) Stunden neues Gameplay, bei dem sich wieder einmal zeigt, dass Guerrilla Games es versteht, grandiose Spiele zu machen, ohne jegliche Abzockmasche oder kostenpflichtige Lootboxen. The Frozen Wilds setzt Horizon Zero Dawn definitiv die Krone auf. Ob Horizon es jedoch auch zum Spiel des Jahres schafft, bleibt wohl nur dem persönlichen Geschmack überlassen. Eines ist sicher: das Abenteuer von Aloy ist eines, das man gespielt haben muss. Und wer keine PlayStation 4 sein Eigenen nennt, der sollte sich spätestens mit der Complete Edition des Spiels eine zulegen. Von uns gibt es jedenfalls eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Wir bedanken uns bei Sony für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂

The Good

  • Wunderschönes, verschneites Setting
  • Rund zehn Stunden neue Spielzeit
  • Neue Gegner, Waffen und Fähigkeiten

The Bad

  • Kann dem Hauptspiel nicht ganz das Wasser reichen
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at