Genesis Alpha One

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Genesis Alpha One Review

Weltraumsimulation mal anders.

Seit mich The Binding of Isaac auf der Nintendo Switch endgültig in den Roguelike-Wahnsinn gezogen hat, ist dieses Genre auf meiner Favoritenliste nicht mehr wegzudenken. Simple und kurzweilige Spielesessions sind auch aufgrund meiner Rolle als Familienvater immer beliebter. Es bleibt schlichtweg keine Zeit mehr sich stundenlang vor den TV zu schmeißen und ein JRPG nach dem anderen zu konsumieren. Daher kam mir Genesis Alpha One gerade gelegen, sah es doch gleich recht vielversprechend aus. Nun, nach rund zwei Wochen Dauerfeuer kann ich durchaus positiv auf das neueste Küken aus dem Hause Team17 zurückblicken.

Ihr habt anfangs die Auswahl aus einer Liste von Unternehmen, eurer Crew und Artefakten, die ihr für den Spielstart benötigt. Spielt ihr das Weltraumspektakel zum ersten Mal, werdet ihr ein recht eintöniges Angebot vorfinden, da man natürlich noch nichts davon freigeschaltet hat. Das kommt erst nach einem erfolgreichen Durchlauf oder zumindest dem Erfüllen von gewissen Zielen während eures Weltraumabenteuers. Doch aller Anfang ist schwer und so wird vermutlich erst einmal das Tutorial euer Objekt der Begierde sein. Doch leider bringt euch dieses die Grundlagen nur recht rudimentär bei und bei einem ersten eigenständigen Versuch werden dann noch viele Fragen offen sein. Zumindest erging es mir so, dass das Spiel einerseits recht langsam voranging und eine Menge Geduld von mir erforderte und andererseits noch so viele offene Fragen aufgeworfen hat, dass ich mich erstmal durch sämtliche Menüs wühlen musste, um herauszufinden, wie ich Dinge bauen kann, was welche Ressourcen benötigt und wo ich diese in ausreichender Menge finde. Das Spiel fokussiert sich nämlich rund um das Gestalten und Bauen eurer Raumstation, die ihr anfangs mit den vorhandenen Ressourcen eures gewählten Unternehmens aufbauen und später dann auch ausbauen könnt. Es gilt also ständig neue Ressourcen zu sammeln, um die Station zu verbessern und vor allem abzusichern. Der Weltraum ist voller Gefahren und neuer Lebewesen, die euch ohne viel rum zu fackeln angreifen und schlimmstenfalls auch töten, solltet ihr diese auch nur unwissentlich auf eure Station lassen. Doch eins nach dem anderen. Ihr habt ein kleines Tablet bei euch, welches ihr jederzeit aufrufen könnt. So ist es euch auch möglich eure modular aufgebaute Station jederzeit zu verändern. Neue Korridore, neue Arbeitsumgebungen oder auch Unterkünfte sind essenziell, wenn ihr vorankommen wollt. Doch dazu benötigt es Materialien, die in den Unweiten des Weltalls, jedoch auch mit relativ viel Gefahr, zu sammeln sind.

Um das zu bewerkstelligen benötigt ihr einen Traktorstrahl, der euch Weltraumschrott ans Deck bringt. Ihr könnt zwar vorab eure derzeitige Position scannen und herausfinden, was sich unter all dem Gerümpel befindet, doch auch das schützt euch nicht vor möglichen Gefahren. Gerät auch außerirdisches Leben mit an Bord, kann es ganz schnell zappenduster werden, solltet ihr euch nicht vorbereitet haben. Ihr könnt euch entweder selbst mit Schusswaffen verteidigen oder auch Geschütztürme bzw. Barrieren aufstellen, um die Eindringlinge schnell zu eliminieren und diese auch nicht in weitere Bereiche eurer Station vordringen zu lassen. Das Schlimmste, das euch passieren kann, ist nämlich, dass eure Station von den Kreaturen überrannt und kontaminiert wird. Das führt in weiterer Folge zur Zerstörung und dem unweigerlichen Game Over. Daher ist Vorsicht geboten, bei allem, was ihr tut! Die Waffenkammer wird euch dabei behilflich sein, neue Utensilien zu erschaffen bzw. auch Munition nachzurüsten. Ihr seid auch nicht alleine auf eurer Station, sondern habt gesellige Kollegen. Diese könnt ihr Arbeiten und Bereichen zuteilen, damit sie ihre Arbeit verrichten und alles effizienter vonstatten geht. Habt ihr genügen Ressourcen gesammelt, könnt ihr auch neue Klone erstellen und sogar welche, die mit Alien-Biomasse gekreuzt wurden. Das hat den großen Vorteil, dass die Klone verbesserte Eigenschaften haben und ihr diese folglich zu eurem eigenen Vorteil nutzen könnt. Solltet ihr mit eurem Kapitän nämlich sterben, erhält der nächste Klon auf eurem Schiff diese Rolle und ihr habt eine weitere Chance gewahrt. Somit ist es natürlich in eurem Sinne, weitere und vor allem verbesserte Klone ins Leben zu rufen. Doch jedes Individuum benötigt auch eine eigene Herberge und Versorgung. Ansonsten droht bei Erkrankung auch dasselbe Schicksal, wie mit den ungewünschten Kreaturen: Kontamination und totale Zerstörung.

Das Gameplay beschränkt sich aber nicht nur auf die eigene Weltraumstation, die ihr auch mehrstöckig bauen und farblich nach euren Vorstellungen gestalten könnt. Ihr habt die Möglichkeit auch verschiedene Planeten in eurem Sektor zu besuchen und dort vor Ort Materialien zu sammeln. Das ist in vielerlei Hinsicht zwar ertragreicher, aber auch mit viel mehr Gefahren verbunden. Die Bedingungen auf den einzelnen Planeten sind etwas harscher als jene auf der Station. Außerdem befallen euch von allen Seiten Kreaturen, mit denen ihr besser nichts zu tun haben solltet. Seid ihr fertig mit Erkunden und Sammeln, dann geht’s wieder zurück ins Warme. Doch auch hier können ungewünschte Passanten sich auf eure Station verirren und ihr Unwesen treiben. Es ist ein ständiger Nervenkitzel und auch Verteidigungsprozess, der seine Zeit braucht, um verinnerlicht zu werden und wodurch sich auch die Spielweise von anderen Roguelikes in meinen Augen unterscheidet. Genesis Alpha One bietet bei jedem Durchlauf immer wieder neue Situationen, die ihr so zuvor noch nicht erlebt habt und wahrt damit auch den Wiederspielwert. Bei einem neuen Durchgang könnt ihr auch zuvor freigeschaltete Unternehmen, Besatzungsmitglieder und Artefakte auswählen, um nicht immer wieder ganz bei null zu beginnen. Es ist ein umfangreiches Spiel mit recht nostalgischem Look, welcher an Filme wie Kubricks 2001 erinnert, und weiß definitiv zu begeistern und zu unterhalten. Vor allem bei Fans des Genres wird Genesis Alpha One gut ankommen und langfristig eure Zeit in Anspruch nehmen. Lediglich der Einstieg ist etwas zu holprig ausgefallen, wodurch auch die Gefahr besteht, eher abzuschrecken, als einzuladen. Aber hat man diese Hürde erstmals geschafft, steht dem Weltraumspaß nichts mehr im Weg.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Genesis Alpha One für PlayStation 4
Genesis Alpha One für Xbox One

The Good

  • Tolles Setting mit interessanten Komponenten
  • Komplexes und modulares Bausystem, welches sich nach und nach entfaltet
  • Interessantes Klon-System
  • Schön gestaltete Umgebungen mit unverkennbarem Look

The Bad

  • Holpriger Einstieg durch schlechte Erklärungen
  • Wirkt anfangs durch die Komplexität und schlechte Erklärung recht abschreckend
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at