Furi

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Furi Review

Kämpfe mit Stil und schnellen Reaktionen.

Furi ist eines dieser Spiele, welche man wohl als leicht zu übersehende Perlen bezeichnen würde. Mit beeindruckendem Art-Design und knackigem, jedoch fairen Gameplay, überrascht der Titel nun auch Nintendo Switch Besitzer. Ursprünglich bereits 2016 für PlayStation 4, Xbox One und PC erschienen, hat das Machwerk von The Game Bakers nun auch den Sprung auf Nintendos praktischen Handheld geschafft und ermöglicht euch dadurch ein portables Erlebnis der Extraklasse. Stellt euch vor, ihr würdet Dark Souls spielen – nur eben ohne den ganzen Firlefanz rundherum. In Furi begegnet ihr einem bockschweren Gegner nach dem anderen und alle haben nur ein Ziel: euren Weg hier und jetzt zu einem Ende zu bringen. Ihr seid nämlich auf der Flucht aus einer nicht weiter geklärten Ursache. Ihr findet euch zu Beginn des Spiels in einem Kerker wieder, wo ein seltsamer Mann mit Hasenmaske (Ravio aus The Legend of Zelda: A Link between Worlds lässt grüßen) zur Flucht überredet. Euer Ziel klingt einfach: weg von hier! Doch das ist nicht wirklich, wie ihr ziemlich bald selbst herausfinden werdet.

Der erste Gegner stellt quasi das Tutorial dar. Hier lernt ihr interaktiv die Grundlagen eurer Kampfhandlungen und setzt diese sogleich auch in eine Tat samt Auswirkungen um. Der Kerkermeister muss als erstes dran glauben und ebnet den Weg für weitere, wirklich kreativ gestaltete Widersacher. Eure Kämpfe erfordern eine Kombination aus schnellen Reaktionen und dem Auswendig lernen von gewissen Abläufen – wie in guten alten Zeiten. Aber selbst dann wird jeder Kampf zu einer nervenaufreibenden Herausforderung. Auch wenn man mit etwas Geschick die ersten beiden Gegner noch pulverisiert, so hört sich spätestens beim dritten – allerspätestens beim vierten – Kontrahenten der Spaß auf. Nicht nur einmal ist mein Controller gegen eine gut gepolsterte Stelle gedonnert (die Dinger sind ja auch schweineteuer!) und dennoch war die Motivation hoch, es noch einmal zu versuchen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: es ist rein eure Schuld, solltet ihr scheitern. Die Gegner sind verdammt schwer und teilweise in ihren Bewegungen auch viel zu schnell für das menschliche Reaktionsgeschick, aber immer fair zu besiegen, wenn ihr die nötige Geduld aufbringt. Außerdem vergibt euch das Spiel kleine Missgeschicke. Ihr habt, gleich wie euer Gegner, eine Lebensleiste, die sich mit jedem Treffer verringert. Ist diese leer, wird euch und eurem Gegner ein Energietank abgezogen. Davon habt ihr selbst drei, euer Gegner unterschiedlich viele. Jeder Energietank steht quasi für eine Phase – je mehr Energietanks, desto mehr Variationen im Gefecht. Verliert ihr all eure Energie und somit einen Energietank, könnt ihr diesen wieder zurückgewinnen, indem ihr eine Phase eures Gegners übersteht. Dem Gegner ist dies jedoch nicht gegönnt, sonst wäre es tatsächlich etwas zu schwer für den Spieler.

Solltet ihr all eure Energietanks verlieren, so endet der Kampf und eure Flucht ist gescheitert. Doch keine Panik: bei einem erneuten Versuch zu fliehen müsst ihr nicht wieder ganz von vorne beginnen, sondern startet wieder beim letzten Kampf – jedoch wieder in Phase eins. Das Spiel läuft dabei butterweich mit einigen Framerate-Schluckaufs hier und da, die aber nicht sonderlich ins Gewicht fallen. Die Animationen sind nicht immer ganz so authentisch, wie man sie gerne hätte, aber wie sagt man so schön: “sie erledigen den Job …”. Im Handheld-Modus der Nintendo Switch gibt es keinerlei merkbare Unterschiede zum angedockten Zustand und auch sonst gibt es wenig am Indie-Titel auszusetzen. Hervorzuheben ist, dass der Stil des Spiel stark an Afro Samurai erinnert, was dem Umstand geschuldet ist, dass der Schöpfer der Manga-Serie hier seine Finger im Spiel hatte. Weiters beeindruckt auch noch der etwas melancholische, jedoch fetzig-futuristische Elektrosound des Spiels. Die gesamte Präsentation kann sich sehen lassen und auch all jenen, die Angst vor dem hohen Schwierigkeitsgrad haben, kann leichte Entwarnung gegeben werden. Es gibt nämlich auch einen leichten Modus, bei dem die Gegner weniger bzw. leichtere Phasen aufweisen und so die Nerven schonen. Doch auch im leichten Modus wird es irgendwann bockschwer. Nur Übung macht den Meister und wer gewillt ist, die Zeit dafür zu investieren, der wird am Ende belohnt werden. Belohnt mit dem Gefühl das Spiel gemeistert zu haben! Ergo gibt’s von mir eine klare Kaufempfehlung für alle, die sich dieser Herausforderung gewachsen fühlen.

Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


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The Good

  • Eine schwere aber faire Herausforderung
  • Toller Art-Style
  • Berauschender Soundtrack
  • Nach Zeitinvestition ein heroisches Erfolgserlebnis

The Bad

  • Etwas zu steile Lernkurve
  • Auch der leichte Modus bietet keine ausgewogene Lernkurve
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

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