Fire Emblem Warriors

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Fire Emblem Warriors Review

Das Warriors-Genre gibt sein Debüt auf der Nintendo Switch.

Als Nintendo das erste mal mit Hyrule Warriors das Experiment versuchte, die hauseigenen Franchises mit der Warriors-Serie zu kombinieren, war mein Interesse geweckt. Bis dahin hielt ich nur sehr wenig von dieser Art von Spielen und wusste auch ehrlich gesagt gar nicht, was ich damit anfangen sollte. Aber nach dem großartigen Crossover mit The Legend of Zelda hatte ich Blut geleckt und freue mich seither immer immens über neue Warriors-Spiele mit Themenschwerpunkten aus meiner Favoritenliste. Doch nach dem ziemlich enttäuschenden BERSERK and the Band of the Hawk war die Stimmung bei mir etwas angeknackst und so musste Fire Emblem Warriors meinen großen Hoffnungen und Erwartungen standhalten. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Wer die Fire Emblem Serie kennt und liebt, der weiß, wie viele Charaktere in diesem Universum Platz finden. Daher ist es schön zu sehen, dass es der Großteil der Belegschaft aus Fire Emblem Awakening und Fire Emblem Fates in das Spiel geschafft hat. Wie genau das funktionieren soll? Nun, um die Story kurz zusammenzufassen: während eines Routinekampfes der Zwillinge von Aytolis, Rowan und Lianna, wurden diese von einigen Monstern angegriffen. Als diese zusammen mit Prinz Darios die Flucht antraten, wurden sie von ihrer Mutter und Königin getrennt, die ihnen aber auf den letzten Drücker noch das Fire Emblem übergeben konnte. Wie die drei dann erfahren, plant Darios‘ Vater den Chaosdrachen Velezark zurückholen, was um jeden Preis verhindert werden muss. Um dies zu bewerkstelligen, sind spezielle Pyroxene von Helden aus anderen Welten von Nöten, um das Fire Emblem damit zu bestücken, welches ihre einzige Chance darstellt. Die Zwillinge reisen demnach quer durch Aytolis, um Krieger aus den Königreichen Altea, Hoshido, Ylisse und Nohr zusammenzutragen. Der Kampf gegen die Zeit und widerspenstigen Gleichgesinnten beginnt.

Das Kampfsystem orientiert sich größtenteils an den bereits bekannten Spielen der Warriors-Reihe. Doch es wäre eben nicht Fire Emblem Warriors, wenn es nicht auch Features aus den Ablegern der Strategie-Reihe mit ins Spiel geschafft hätten. Allen voran natürlich das Waffendreieck, welches Stärken und Schwächen eurer Ausrüstung beachtet. Seid ihr ein Schwertkämpfer, so habt ihr einen großen Vorteil gegenüber Axtschwingern. Seid ihr mit einer Axt ausgerüstet, werdet ihr Lanzenträgern das Fürchten lehren und falls ihr die Lanze euer Eigen nennen dürft, sind wiederum die Schwertkämpfer im Nachteil. Außerdem könnt ihr nicht nur jederzeit die Kontrolle über eure Begleitpersonen im Kampf übernehmen, sondern diese vor dem Kampf oder auch währenddessen befehligen. Standardmäßig ist alles automatisiert und ihr brauch euch nicht um eure Kameraden kümmern. Doch in vielen Missionen und vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden ist es essenziell, dass ihr diese manuell anweist. Ihr könnt diese dann auf der Map anwählen und sie offensiv bzw. defensiv ausrichten, auf Gegner oder Festungen ansetzen, die es zu bezwingen gilt oder auf Letzteres auch, wenn ihr diese verteidigen wollt. Außerdem könnt ihr jederzeit ein Bündnis mit einem anderen Charakter eingehen, um effektiv zusammenarbeiten zu können. Dies bringt euch den Vorteil, dass ihr gemeinsam Attacken ausführen und euch dabei gegenseitig helfen könnt. Super-Attacken werden dann in Kombination ausgeführt und hinterlassen mächtigen Schaden.

Natürlich könnt ihr auch wieder eure Charaktere hochleveln, sie mit neuen Fähigkeiten und Verstärkungen ausrüsten bzw. ihnen neue Fähigkeiten erlernen lassen. Und solltet ihr ein Klassen-Item aufsammeln, könnt ihr einem Charakter eurer Wahl dieses zukommen lassen, um seine Klasse zu wechseln und ihn enorm stärker zu machen. Am Spielfeld selbst taucht dann auch immer wieder Anna auf, solltet ihr 1.000 Gegner dem Erdboden gleichgemacht haben und schenkt euch ein Puzzleteil für die Sammlung, welches die bereits bekannten Galeriebilder vervollständigt. Leider ist das oft ziemlich hektisch und unübersichtlich bei der Vielzahl an Charakteren und Gegnern, die sich auf der Map tummeln. Hier hat Hyrule Warriors einen erheblich besseren Job gemacht.

Ansonsten präsentiert sich das Spiel sehr cineastisch und storylastig. Auch auf das verstärkte Bündnis zwischen den Charakteren wird eingegangen und so schaltet ihr diverse und oft recht ulkige Konversationen zwischen den einzelnen Kämpfern frei. Das Spiel ist komplett in Englisch vertont und bietet euch Deutsche Untertitel. Und für alle, die den Modus nach rund 10-12 Stunden abgeschlossen haben, warten nicht nur zwei weitere Schwierigkeitsgrade (die jedoch für jedes Level jederzeit gewechselt werden können), sondern auch der History-Modus, welcher euch Szenarien aus den Fire Emblem Spielen nachspielen lässt. Und wem das noch nicht Herausforderung genug ist, der kann das Spiel ja auch im klassischen Modus spielen, bei dem gefallene Charaktere gefallen bleiben, bis man sie für eine irrsinnig hohe Anzahl an seltenen Materialien wiederbeleben kann. Sowohl im Handheld-Modus als auch am großen Bildschirm sieht Fire Emblem Warriors nicht nur prächtig aus, sondern spielt sich auch bestens. Klar, die repetitiven Abläufe wird man aus Warriors-Spielen wohl nie eliminieren können, doch wer daran gefallen findet, der wird mit Fire Emblem Warriors eine große Freude haben!

Wir bedanken uns bei Nintendo für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


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The Good

  • Unzählige Fire Emblem Charaktere in einer gemeinsamen Geschichte
  • Implementierung vieler Fire-Emblem Spielelemente
  • History-Mode

The Bad

  • Repetitives Gameplay
  • Anweisungen oft nicht ganz klar
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at