FIFA 21

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FIFA 21 für Nintendo Switch Review

Anstoß zur nächsten altbekannten Runde.

Im Sommer 2019 gab es mit Matt Bilbey von Electronic Arts ein recht interessantes Interview, in welchem er sein Unverständnis darüber äußerte, dass man Electronic Arts lediglich als einen Haufen böser Leute ansieht. Es versteht einfach nicht, warum man ihnen solch einen Ruf nachsagt, obwohl sie doch ihr Bestes für die Konsumenten ihrer Spiele tun. Nun, das selbe Schicksal teile ich auch. Ich kann es ebenso wenig verstehen, wie Electronic Arts es nicht verstehen kann, dass ihre Praktiken sämtlichen Videospielfans dieser Welt sauer aufstößt. Doch heute geht mein Unverständnis nicht Richtung Mikrotransaktionen, Lootboxen oder anderen Tricks, Leuten das Geld aus ihrer Tasche zu ziehen, sondern um die Tatsache, dass man Nintendos aktuelle Konsole lediglich mit dem allernötigsten Support ausstattet, wenn es um die beliebte Marke FIFA geht.

FIFA 19 war der zweite und gleichzeitig auch letzte Ableger auf der Nintendo Switch, welcher mit Neuerungen auf sich warten ließ. Zwar waren viele Features, wie beispielsweise “The Journey” nicht inkludiert, die auf anderen Konsolen zur Stardardausstattung gehörten, was man noch damit argumentieren konnte, dass die Geschichte nicht vollständig auf Nintendos Hybridkonsole erzählt werden konnte, da diese bereits mit FIFA 17 begann – aber man kann sich ja bekanntlich alles schönreden. Spätestens ab FIFA 20 gab es dann jedoch einen Schlussstrich unter dem FIFA-Kapitel für die mittlerweile über 66 Millionen mal verkaufte Konsole, die drauf und dran ist, bis zu ihrem Auslaufen auch die magische 100-Millionen-Marke zu knacken. Vergleicht man das mit der Xbox One, so haben alle Konsolen kumuliert lediglich 48 Millionen verkaufte Stück am Konto. Damit hat die Konsole aus dem Land der aufgehenden Sonne die Nase um ein gutes Stück vorn, dennoch ist es Electronic Arts relativ egal, was auf diesem System passiert. Investoren der kalifornischen Aktiengesellschaft haben sich bereits mehrmals nach den Gründen erkundigt, warum man das System so links liegen lässt, ohne eine wirklich aussagekräftige oder befriedigende Aussage zu erhalten. Unter dem Strich hieß es jedenfalls zusammengefasst, dass Käufer von Electronic Arts Spielen keine Spiele auf Nintendo Konsolen kaufen. Das möchte ich so auch gar nicht bestreiten. Die Frage ist vielmehr, wo die Ursache darin liegt. Aber auch die ist schnell gefunden: Electronic Arts Spiele auf Nintendo-Plattformen sind meist abgespeckte und unvollständige Erlebnisse. Natürlich schlage ich dann lieber auf einer anderen Plattform zu. Ein hausgemachtes Problem also, welches Electronic Arts irreführenderweise als eines der Kunden verkauft. Stimmt nicht, sagt ihr? Dann sehen wir uns einfach mal FIFA 21 an. Oder sollte ich sagen, FIFA 20? Pardon, FIFA 19 natürlich. Alle drei erwähnten Titel sind nämlich bis auf Aktualisierungen der Kader und eventuell des ein oder anderen Stadions völlig ident, sieht man mal vom Titelbildschirm und den Logos ab. Dennoch verlangt man jährlich Vollpreis dafür. Mir als Kunde stößt sowas natürlich sauer auf und so greife ich, wenn ich ohne FIFA einfach nicht leben kann, höchstwahrscheinlich zu einer Version auf anderen Konsolen und gebe der Aussage von Electronic Arts damit leider Recht.

Für jemanden, der zuvor keinen FIFA Titel auf der Nintendo Switch gespielt hat oder der zuletzt mit FIFA 18 in Berührung kam, für den zahlt es sich natürlich schon aus. Es gibt was Veraltetes Neues zu entdecken, die Kader sind aktuell und es ist ja immer noch ein gutes Spiel. Betrachtet man das Produkt auch völlig abgekapselt von all dem, dann kann man es natürlich jedem empfehlen, der ein wenig Fußball nicht nur am großen TV, sondern auch unterwegs erleben will. Das Spiel läuft flüssig und schnell ohne wirkliche Probleme und hat jede Menge Umfang, wenn auch nicht den, der anderen Konsolenversionen. Wie soll man mit Electronic Arts also hier umgehen? Soll man ihnen zu einer soliden Veröffentlichung mit unterdurchschnittlichem Aufwand gratulieren oder sie in Grund und Boden kritisieren und mit niedrigen Werten um sich werfen? Abgesehen davon, dass Wertungen ohnehin wenig aussagekräftig sind, ist dies wohl nur ein Akt der Unreife und repräsentiert ja nicht das tatsächliche Produkt, sondern nur die Leistung, die Electronic Arts in diesem Jahr für die Veröffentlichung aufgewendet hat. Demnach werde ich meine Abschlussworte wie folgt formulieren: Wenn eure letzte FIFA-Erfahrung schon etwas länger zurückliegt, es euch egal ist, dass es quasi nur Kaderupdates zum Vollpreis sind oder ihr auf ein mobiles Spielerlebnis einfach nicht verzichten könnt, dann sei euch der Weg für einen Kauf geebnet. Wenn ihr den Akt der Untätigkeit von Electonic Arts nicht mitmachen wollt oder eines der letzten FIFA-Spiele bereits besitzt, dann solltet ihr es vielleich zweimal überlegen, ob ihr dafür tief in die Tasche greifen wollt. FIFA 21 als Produkt selbst ist jedenfalls zu empfehlen, die Attitüde von Electronic Arts nicht. Und wer sich fragt, warum in diesem Review wenig über das Spiel selbst geschrieben wurde, den verweise ich auf das Review von FIFA 19. Es ist das gleiche Spiel, also kann es auch das gleiche Review bleiben.


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FIFA 21 für Nintendo Switch
FIFA 21 für PlayStation 4
FIFA 21 für Xbox One

The Good

  • Prinzipiell ein solides Produkt...

The Bad

  • ...welches seit drei Jahren recycled wird

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at