Fe

By on on Reviews, 2 More

Fe Review

Im Einklang mit der Natur.

Nach den Geschehnissen rund um Electronic Arts und dem Thema Lootboxes bzw. “Pay2Win as a service” war der Publisher wieder in die Schusslinie vieler Medien – uns eingeschlossen – geraten. Viel gibt es wiedergutzumachen, auch wenn einige Aussagen der Verantwortlichen bei Electronic Arts auf eine eher düstere Zukunft blicken lassen. Nichtsdestotrotz hat man abseits von diesem ganzen Trubel unter dem Branding EA Originals, welche bereits Unravel zu den Schützlingen zählt und auch A Way Out bereits auf der Liste der kommenden Veröffentlichungen führt, eine kleine Perle für sämtliche Konsolen veröffentlich. Fe lautet der Name des Titels des Entwicklerstudios Zoink, welcher unsere Aufmerksamkeit in den letzten Tagen bekam. Dieser beherbergt eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, wenn man zwischen den Zeilen lesen kann – und davon gibt es heutzutage mittlerweile nur mehr wenige.

Auf den ersten Blick beeindruckt Fe durch die wunderschön gestaltete Polygon-Welt in den prächtigsten und buntesten Farben. Doch wo man nur eine wild zusammengewürfelte Farbpalette vermuten würde, steckt viel mehr dahinter. Je nach Stimmungs- oder auch Gefahrenlage ändert sich die Farbenpracht auf eine entweder mehr oder weniger gefährliche Ausrichtung. Seid ihr beispielsweise in einem Gebiet, wo es nur so von Widersachern wimmelt, wird euch eine eher rötliche Farbgebung auf die Stimmung drücken. Habt ihr wiederum ein sicheres Gebiet betreten, strotzt dieses nur so vor Farben des jeweiligen Gebietsthemas, welches vom bunten Frühling bis hin zum frostig-verschneiten Winter reicht.

Doch worum geht es in Fe eigentlich? Nun, ihr schlüpft in die Rolle eines Fuchs-ähnlichen Geschöpfes und findet euch in der freien Natur wieder. Schnell wird klar, dass ihr in dieser nicht alleine seid und so trefft ihr bald auf Artgenossen jeglicher Spezies. Aber auch feindlich gesinnte Kreaturen suchen die Gebiete heim und nehmen die Tiere dieser Welt gefangen. Diesen solltet ihr tunlichst aus dem Weg gehen und, wenn möglich, euren Artgenossen zur Freiheit verhelfen, um nicht nur die bösen Wesen zu vertreiben,  sondern folglich auch neue Gebiete erkunden zu können. Fe spart dabei mit ausgiebigen Erklärungen und Tutorials, wodurch ihr nach dem Trial-and-Error-Prinzip herausfinden müsst, wie ihr mit all dem umgeht.

Das bremst euch leider immer wieder aus, da manchmal nicht gänzlich ganz klar ist, was von euch verlangt wird oder aufgrund von Eingabeschwierigkeiten bzw. physikalischen Rätseln, die ihren eigenen Willen haben, ein falscher Eindruck des Lösungsansatzes vermittelt wird. Aber prinzipiell läuft alles immer nach einem sich wiederholenden Schema ab: ihr trefft andere Tiere, freundet euch mit ihnen per Gesang in der richtigen Tonlage an und löst gemeinsam unterschiedliche Rätsel. Dabei sind die Sprachen der Tiere ein wichtiger Bestandteil. Habt ihr diese nämlich vom Spezies-Ältesten gelehrt bekommen, seid ihr folglich nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen. Konntet ihr davor diverse Blumen, die beispielsweise Aufwind erzeugen oder euch durch die Lüfte katapultieren, nur mit Hilfe eurer Freunde auslösen, so ist es euch nach dem Erlernen der dafür nötigen Sprache fortan auch alleine möglich, diese zu aktivieren und so neue Gebiete zu erschließen, in denen eure Tierfreunde nicht mehr anzutreffen sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auch auf dem Erklimmen von Bäumen und dem Gleiten durch die Lüfte. Leider kann einem die Steuerung hier öfters mal zur Verzweiflung bringen und auch die Motivation augenblicklich in den Keller sinken lassen, wenn man minutenlang versucht hat, bis zur Spitze eines Gebietes zu kommen und dann einfach runterfällt, weil die Steuerung nicht das macht, was man sich erwartet hatte. Eines muss man dem Spiel jedoch zugute halten: die Rücksetzpunkte sind mehr als nur fair gewählt und dämpfen den Frust ein wenig.

Abseits davon gibt es auch verschiedene rosafarbene Kristalle über die Welt verteilt, die ihr einsammeln könnt, um neue Fähigkeiten freizuschalten. Zwei davon sind für den Abschluss des Spiels relevant, die anderen beiden optional. Für Komplettisten eine kleine Herausforderung, da einige hiervon ziemlich gut versteckt oder nur durch geschicktes Lösen von Rätseln erreichbar sind.

Weiters hervorzuheben ist der Soundtrack, welcher die Stimmung perfekt untermalt. Kaum ein Spiel kann solch eine Atmosphäre im Zusammenspiel von Farbgebung und Klangkulisse in die Tat umsetzen. Leider ist eben nicht alles so perfekt abgestimmt, wodurch das Spiel einen höheren Lobgesang verpasst hat. Die Nintendo Switch Version hat zudem einige Ruckler parat, welche zwar den Spielfluss nicht stören, aber hin und wieder eben auffallen. Hätte Entwickler Zoink die Steuerung noch ein wenig verfeinert, wäre das Spiel ein etwas frustfreieres Erlebnis geworden. Ich persönlich fand die Geschichte zwischen den Zeilen jedoch schön und auch sonst hatte ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Ergo gibt es auch eine Empfehlung meinerseits, sich das Spiel zumindest einmal näher anzusehen.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden :)

The Good

  • Traumhafter Art-Style
  • Stimmiger Soundtrack
  • Eine Geschichte zum Nachdenken

The Bad

  • Weniger ist oft mehr trifft bei den notwendigen Erklärungen im Spiel leider nicht zu
  • Steuerung teils suboptimal
  • Einige frustrierende Stellen
7

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

No comments yet.

Leave Your Reply