Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging: Können Sie konzentriert bleiben?

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Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging: Können Sie konzentriert bleiben? Review

Mit mehr als vier Jahren Verspätung beehrt uns Dr. Kawashima nun auch endlich wieder in Europa.

Wir schreiben den 10. Februar 2013. Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging erscheint zeitgleich in Japan und den USA. Nur Europa bleibt aus – ohne Angabe von Gründen. Wie auch schon bei WarioWare: Twisted! für den GameBoy Advance war die Veröffentlichung zum Greifen nahe, nur dass Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging im Gegensatz zu WarioWare: Twisted! kein genaues Veröffentlichungs-Datum hatte. Nun ist es aber soweit! Der beliebte Doktor für die grauen Gehirnzellen hat es nun auch bei uns auf den Nintendo 3DS geschafft und wartet wieder mit jeder Menge Rätsel und Kopfnüssen auf uns.

Übrigens: Die Veröffentlichung für WarioWare: Twisted! steht bis heute in Europa immer noch aus.

Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging für den Nintendo DS war zu seinerzeit mein ständiger Begleiter. Kaum ein Tag verging, ohne, dass ich die kurzen Denk-Einlagen hinter mich brachte. Selbst meine Mutter konnte dem nicht widerstehen und so hatte sie bald ihren eigenen Nintendo DS inklusive Dr. Kawashimas Lehrstunden. Im Vergleich zum Vorgänger haben sich diesmal aber die Vorzeichen geändert. Social Media und das Internet haben die Überhand über unseren Alltag gewonnen und das schadet nicht nur unserer Konzentration, sondern auch unserem Arbeitsgedächtnis. Um das wieder zu trainieren und in Folge konzentrierter zu bleiben, verspricht uns Dr. Kawashima mit seinen Übungen Abhilfe zu schaffen.

Ihr könnt in Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging bis zu vier Profile anlegen, um euch und eurer Familie bzw. euren Freunden die Möglichkeit zu bieten, auch an diesem Knobelspaß teilhaben zu können. Anfangs halten sich die Anzahl der Aufgaben noch in Grenzen, doch je öfter man trainiert, desto mehr Übungen schaltet man frei. Am Ende werden es neun Übungen in jeder Kategorie sein. Da wären zum Einen die diabolischen Übungen, welche euch neue Fertigkeiten abverlangen und zum Anderen die Zusatzübungen, welche teilweise schon aus Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging für den Nintendo DS bekannt waren. Empfohlen wird natürlich das tägliche Training von mindestens fünf Minuten, was selbst bei einem vollen Zeitplan im Alltag jederzeit machbar ist. Ausreden zählen also nicht, nur ihr selbst seid euer eigener Konzentrations-Nemesis.

Dass es dabei vor allem anfangs zu stark rauchenden Köpfen kommen wird, liegt natürlich nur an uns selbst und den Einflüssen, die auf uns wirken. Bereits die erste Übung wird euch ins Schwitzen bringen. 1-Zurück lautet diese und stellt euch vor simple Rechenaufgaben. Doch der Clou daran ist, dass ihr immer das Ergebnis der vorhergehenden Rechnung eintragen müsst. Klingt simpel, wird jedoch ziemlich knackig, wenn ihr im Level steigt und plötzlich schon 2-Zurück oder auch 3-Zurück bewältigen müsst. Jede Aufgabe richtet sich übrigens nach eurem Können. Habt ihr 85% oder mehr der Antworten richtig, steigt ihr eine Stufe, habt ihr weniger als 65% der Antworten korrekt, sinkt eure Stufe. Andernfalls bleibt der Schwierigkeitsgrad gleich. So bleibt ein ausgewogenes, jedoch auf euch personalisiertes  Training gewährleistet.

Sobald ihr übrigens mehr als eine Übung freigeschaltet habt, ist es völlig egal, welche ihr für euer tägliches Training auswählt. Das hält euch jedoch nicht davon ab, mehrere oder gleich alle verfügbaren Übungen zu machen. Je mehr desto besser. Die Auswahl bietet immerhin einige Abwechslung. Neben 1-Zurück (und den dazugehörigen höheren Stufen) gibt es auch ein Memory-Spiel, bei dem ihr Paare aufdecken müsst, ohne zweimal die gleiche Karte aufzudecken; beim Hütchenspiel müsst ihr Mäuse verfolgen, die recht häufig verschoben werden; beim lauten Vorlesen von Textpassagen geht es darum, euch unterstrichene Begriffe zu merken; kurz eingeblendete Wörter müssen korrekt Buchstabiert werden oder ihr müsst simple Rechenaufgaben lösen, die euch vorgelesen werden, anstatt dass ihr die niedergeschriebene Formel seht.

Es gibt aber auch lustige Mini-Spiele, wie beispielsweise Solitär, Fett Weg! oder sogar einen Dr. Mario Klon. Diese Übungen und noch viele mehr machen euer Gehirn wieder fit und der Erfolg ist bereits nach wenigen Tagen merkbar. Die Gesellschaft entwickelt sich ohnehin in die falsche Richtung. Jederzeit erreichbar zu sein, alle fünf Minuten seine Mitteilungen am Smartphone zu checken oder sämtliche Social Media Channels zu lesen ist der Tod jeder zwischenmenschlichen Aktivität, der eigenen Konzentration und dem gezielten Fokus auf etwas. Vielleicht schafft es Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging ja tatsächlich, für diese Art Ablenkung anfälligen Leute wieder zurück in den konzentrierten Alltag zu bringen.

Ich für meinen Teil bin ohnehin sehr resistent gegen diesen Ablenkungs-Wahn, auch, weil ich mich persönlich dagegen seit Jahren wehre – zum Unverständnis vieler. Aber so habe ich es geschafft, wertvolle Zeit und Momente mit meiner Familie zu verbringen, ohne ständig von piepsender Elektronik gestört zu werden. Ich kann demnach nur jedem da draußen Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging wärmstens empfehlen. Abgesehen davon, dass es euch fit im Hirn hält, wirkt es sich auch positiv auf Sport, Arbeit und euer Leben aus. Und es nimmt nicht mal viel Zeit in Anspruch. Wer jetzt noch eine Ausrede sucht, hat bereits verloren. Do it!

Wir bedanken uns bei Nintendo für die Bereitstellung eines Testmusters.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂

The Good

  • Hält einen fit im Kopf
  • Kurzweilige Übungen für Zwischendurch
  • Jede Menge Abwechslung

The Bad

  • Langatmige Erklärungen
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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at