Dark Souls Remastered

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Dark Souls Remastered Review

You died.

So trifft man sich also wieder. Nach einer etwas längeren Verschiebung gesellt sich das knallharte Action-RPG nun endlich auch auf die Nintendo Switch. Dark Souls muss man wohl niemandem mehr erklären. Diejenigen, die es gespielt haben, wissen ohnehin bescheid und alle anderen haben sicherlich schon mal ihre Freunde oder Bekannten über das Spiel fluchen gehört. Doch was macht das Spiel zu etwas Besonderem und warum bringt man nun vom ersten Teil der Trilogie ein Remaster? Nun, wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

Eingangs muss natürlich erwähnt werden, dass Dark Souls nicht der erste Teil der Souls-Reihe ist, aber es war der erste Teil, der die breite Masse angesprochen hat. Es wurden viele Fehler von Demon’s Souls ausgebügelt und das Spiel in eine etwas “frustfreiere” Richtung gelenkt, wenn man das so nennen möchte. Manch einer kann es wohl gar nicht glauben, wenn man behauptet, dass etwas noch frustrierenderes als Dark Souls selbst in der Videospiellandschaft existiert. Aber es ist ein zu meist guter Frust, da man nicht auf das Spiel angefressen ist, sondern sich über sich selbst ärgert. Auch ich habe rund 20 Stunden am PC und weiter fünf auf der Nintendo Switch an Zeitinvestment benötigt, um endlich zu kapieren, wie man das Spiel zu spielen hat. Jeder Gegner, der einen über den Weg läuft kann einem gnadenlos die Lichter ausknipsen, ehe man “Praise the Sun” sagen kann. Daher ist Defensive zusammen mit gezielter, aber vorsichtiger Offensive das beste Erfolgsrezept.

Und da rede ich nicht von den monumentalen Bossgegnern, die teilweise einfach nur unfair wirken, sondern auch von all den kleinen Untoten, die euch mit ihrem Speer piksen. Aber dann sind da eben auch jene bereits erwähnten Bossgegner, die es größtenteils immer nur übertreiben müssen. So werden aus einem Gargoyle einfach mal zwei oder die Elektroblitze um euch rum verdichten sich zu einem unvermeidbaren Massaker. Controller werden relativ schnell und tief durch die Wohnung fliegen und euer Grölen erinnert nach einiger Zeit auch eher an eine Death Metal Musiknummer. Aber nach mehreren Versuchen und der Voraussetzung, dass man nicht gänzlich lernresistent ist, wird man auch diese Aufgaben meistern und ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen, dass ich beispielsweise beim “Gaping Dragon” vormals keinen Hauch einer Chance hatte und ihn dann bei einem weiteren Versuch plötzlich ohne Schaden zu nehmen besiegen konnte. Und dieses Gefühl ist dann einfach nur geil.

Die Remastered Edition ändert am Spiel selbst eigentlich gar nichts. Daher wird sich jeder, der schon mal durch die Untiefen von Blighttown geschritten ist, sofort wie Zuhause fühlen. Lediglich Texturen und Belichtungseffekte wurden etwas aufgepeppt, um etwas zeitgemäßer auszusehen. Und da wir schon bei Blighttown sind: hinsichtlich der Performance hat sich sehr wohl was getan und lässt uns das gesamte Spiel nun mit stabiler Bildwiederholrate genießen. Zwar kann die Nintendo Switch nicht mit den Konsolen der Konkurrenz mithalten, muss sich aber auch keinesfalls verstecken. Mit einer Auflösung von 1080p/30 im Dock und 720p/30 im Handheld-Modus läuft das Spiel durchgehend flüssig und ohne jeglichen Ruckler. Selbst Blighttown muss sich nicht mehr verstecken und eure Tode in diesem Gebiet dürft ihr künftig eurem eigenen Unvermögen zuschreiben. Natürlich muss man auf der Nintendo Switch mit dem ein oder anderen grafischen Kompromiss leben, aber ich persönlich konnte kein spielspaßminderndes Element erkennen, selbst wenn ich auf meinem großen 4K Fernseher gespielt hatte. Im Handheld-Modus ist das Spiel ein absoluter Hingucker. Nicht nur, dass es am kleineren Bildschirm fantastisch aussieht und läuft, sondern es ist eben auch ein vollwertiges Dark Souls zum Mitnehmen. Damit gewinnt man in meinen Augen definitiv jedes Argument, wenn es um die portable Version des Klassikers geht. Egal ob ihr im Park picknicken seid oder eine längere Zugfahrt vor euch habt: Dark Souls kann ab sofort überall dabei sein!

Was man dem Spiel aber leider immer noch ankreiden muss, sind die fehlenden Informationen über die gesamte Welt, die Ausrüstung und Gegenstände bzw. Möglichkeiten, die man im Spiel vorfinden kann. Natürlich kann man damit argumentieren, dass die Welt eben selbst erkundet werden möchte und es eben Teil des Abenteuers ist. Da stimme ich generell auch zu, nur hätte es durchaus nicht ganz so vage sein müssen. Wer sich dann aber doch nicht ganz alleine durch die Welt kämpfen möchte und Unterstützung benötigt, der kann sich im Online-Modus Hilfe suchen. Dafür müsst ihr natürlich das richtige Item parat haben, was einem Fremden Zugang zu eurer Welt gewährt, in der er solange mit euch kämpfen kann, bis er oder ihr selbst den Tod erleidet. Prinzipiell funktioniert der Online-Aspekt aber ausgezeichnet und ohne Probleme – lediglich Nintendo Switch Online wird für den ganzen Spaß benötigt.

Abschließend bleibt mir nur noch ein wichtiger Punkt übrig, der Erwähnung finden muss. Es ist euch möglich sämtliche Buttons eures Controllers neu zu belegen – außer des A- bzw. B-Knopfes. Nintendo ist ja als Vorreiter im Heimkonsolen-Business der drei noch übrig verbleibenden Konsolenhersteller die einzige Firma, die den A- bzw. Bestätigungsknopf auf der rechten Seite der Button-Gruppe platziert hat. Auf der PlayStation 4 und der Xbox One befinden sich der X- bzw. A-Knopf unten. Leider hat man bei der Portierung das so beibehalten, wodurch ihr auf der Nintendo Switch im Spiel mit “B” bestätigen und mit “A” abbrechen müsst, was in eurem Hirn garantiert Knoten verursachen wird. Vermutlich hat man das so beibehalten, falls Dark Souls Veteranen auf die Nintendo Switch wechseln und nicht alles umlernen wollen. Aber warum man lediglich diese zwei Buttons nicht neu belegen kann, entzieht sich dann doch meinem Verständnis. Es wird vor allem dann zum Krampf, wenn ihr vom Spiel in das Nintendo Switch Menü wechselt und dort plötzlich die falschen Buttons drückt. Naja.

Fazit

Ich denke nicht, dass man über Dark Souls noch viele Worte verlieren muss. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Es gibt wohl keinen Graubereich. Dennoch sollte jeder ehrgeizige Spieler dem Titel eine Chance geben und in sich selbst seinen Meister suchen. Es ist eines der wenigen Spiele, bei denen das Sprichwort “Übung macht den Meister” tatsächlich zutrifft. Daher nehmt euch das zu Herzen und beweist Geduld, Ausdauer und Lernfähigkeit. Am Ende seid ihr ein besserer Gamer – garantiert!


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Dark Souls Remastered für Nintendo Switch
Dark Souls Remastered für PlayStation 4
Dark Souls Remastered für Xbox One

The Good

  • Erstmals ein Dark Souls auf einer Nintendo Konsole
  • Aufgebohrte Grafik und stabile Framerate
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: viele Stunden Spielzeit für relativ wenig Geld
  • Ein Spiel, welches nur eigene Fehler bestraft

The Bad

  • Das A/B-Button Fiasko
  • Offenbar pausiert das Spiel nicht im Standby-Modus und schmeißt einen aus dem Spiel, wenn man zu lange inaktiv war
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at