Burnout Paradise Remastered

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Burnout Paradise Remastered Review

Das beste Rennspiel aller Zeiten kehrt zurück.

Mittlerweile sind ganze zehn Jahre vergangen, seit Burnout Paradise im Jahre 2008 die letzte Konsolengeneration erobert hatte. Es war ein Spiel, welches vorgezeigt hat, wie Open-World-Spiele fortan auszusehen haben. Mit dem ambitionierten Entwicklerstudio Criterion Games hatte man auch ein sympathisches Gesicht, da diese in regelmäßigen Abständen nicht nur mehr Content mittels kostenlosen Updates ins Spiel brachten, sondern damals auch Video-Podcasts dazu veröffentlichten, in denen sie über die Entwicklung und künftigen Änderungen sprachen. Neben kleineren Feinheiten, wie Tag- und Nachtwechsel, als auch den später integrierten Motorrädern, kam dann zu guter Letzt noch Big Surf Island hinzu, welches der einzige kostenpflichtige Zusatzinhalt war, der jedoch in jeglicher Hinsicht sein Geld bis heute wert ist. Hier führte eine Brücke in einen völlig neuen Bereich, der nochmals dutzende neue Events, Rennen, Geheimnisse und zudem auch neue Wägen parat hielt. Nun erschien die überarbeitete Gesamtkollektion für Xbox One und PlayStation 4, welche auf den jeweilig leistungsstärkeren Varianten auch flüssige und konstante 60fps, 4K und HDR bieten. Somit nicht nur ein wahrer Spielgenuss, sondern auch einer für das Auge.

Die einzige Frage, die es zu klären galt war, ob sich das Spiel zehn Jahre nach Veröffentlichung noch genau so gut spielt, wie damals. Gleich mal die Entwarnung: ja, das tut es! Es ist eine wahre Freue sich von DJ Atomika durch die Straßen von Paradise City geleiten zu lassen. Das anfängliche Video mit Schwenk über die gesamte Map bereitet ebenso viel Freude, wie die ersten darauf folgenden Events. Ein Rennen hier, eine Takedown-Challenge dort und schwups hat man seine Fahrerlizenz aufgewertet und kann sich neuen Herausforderungen widmen. Die regelmäßigen Zuwächse an verfügbaren Autos geben den nötigen Anreiz und Boost sich auch herausfordernden Aufgaben zu widmen und neue Lackierungen sowie eine Reihe an vorab verfügbaren Autos des DLCs geben zu jeder Zeit die nötige Abwechslung. Neue Challenges werden euch im Übrigen nicht vorab angezeigt, sondern müssen erst durch das Erkunden von Paradise City freigeschaltet werden. Viele Kreuzungen halten dann Unterschiedliches für euch parat und können so oft gespielt werden, wie ihr wollt – zählen jedoch für die aktuelle Aufwertung eurer Lizenz nur einmal bis ihr wieder die darauf folgende Lizenz in Angriff nehmt. Das Schöne daran: es macht irrsinnig viel Spaß einfach nur durch die City zu cruisen und die Map nicht von Anfang an mit Icons zugekleistert zu haben.

Das Geheimnis liegt wohl in der arcadelastigen Natur des Spiels. Wo langweilige langatmige Simulationen oftmals einschläfern können, motiviert euch Burnout Paradise hingegen, Kreativität zu zeigen. Über das Spiel verteilt sind jede Menge Super- als auch Mega-Sprünge, eingezäunte Abkürzungen oder auch Werbetafeln, die es zu finden und zu zerstören gilt. Die Lösungen hierfür sind oftmals bockschwer zu finden oder nur mit intensivem “Um-die-Ecke-Denken” zu meistern. So kann es gut und gerne mal sein, dass ihr über drei Straßenecken hinweg Anlauf nehmen und um die Kurve driften müsst, ehe ihr mit einer Barrel-Roll von einer Rampe weg durch ein Betonrohr springt, um auf einer höher gelegenen Ebene zu landen, die dann zur gewünschten Werbetafel führt. Ähnlich verrückt sind auch die Challenges, von denen ihr jeweils 50 an der Zahl im 2-8 Spieler Online-Freeburn-Modus erledigen könnt. Jeweils bedeutet, dass ihr damit insgesamt 350 abgedrehte Aufgaben lösen müsst! Ich hatte diese allesamt zu meinen Glanzzeiten mit einigen Xbox Live Freunden erledigt und kann diese nur jedem ans Herz legen. Diese werden euch nicht nur unzählige Stunden lang beschäftigen, sondern auch zu neuen Freundschaften verhelfen. Einziges Problem: ihr müsst natürlich auch Leute finden, die das Spiel mit euch gemeinsam spielen wollen. Es ist zwar möglich, dieses mit fremden Spielern zu absolvieren, aber natürlich auch um einiges unkoordinierter, als im Teamchat der Konsole. Dennoch ein wahrer Hingucker und ins Spaß getränkt.

Eigentlich wollte ich mir das Spiel nur kurz ansehen, da ich es ja bereits in- aus auswendig kenne. Doch ich wurde mal wieder von meiner Neugierde gepackt und musste von einem Eck zum nächsten forschen, wo es denn wohl das nächste Plakat zu durchfahren gibt bzw. wo die ganzen abgesperrten Abkürzungen wohl hinführen. Das zusammen mit dem netten grafischen, als auch technischen Update ist der Beweis dafür, dass das Spiel auch heute noch funktioniert und kein Spiel dort draußen irgendwelche Mikrotransaktionen oder Kartenmechaniken für Auto-Upgrades benötigt, damit man sich neue Käufer angeln kann. Leider ist die gesamte Need for Speed Serie, als auch andere Kontrahenten, wie beispielsweise Forza, zu einem Schatten ihrer selbst verkommen. Das wird einem erst wirklich klar, wenn Spiele, die ihrer Zeit damals schon weit voraus waren, heutzutage als Remaster einer neuen Generation näher gebracht werden. Der nahtlose Übergang in den Online-Modus ist damals bereits revolutionär gewesen, wobei ich mich frage, warum dieser Ansatz nicht öfters in der Vergangenheit Anwendung fand. Nun, mein Fazit ist klar: Burnout Paradise war, ist, und bleibt wohl das beste Rennspiel aller Zeiten! Vergesst alles andere – holt euch ein paar Freunde ins Boot und erledigt gemeinsam die zahlreichen Challenges. Ihr werdet kaum in einem anderen Spiel so viel Spaß haben. Lang lebe Burnout Paradise!


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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The Good

  • Eine riesige Open World Karte mit schier endlos vielen Herausforderungen
  • Nahtloser Wechsel zur Online-Verbindung
  • Multiplayer-Events mit bis zu 8 Spielern
  • Genialer Soundtrack
  • Sämtliche DLC-Inhalte integriert
10

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

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