Bravo Team

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Bravo Team Review

Ein kurzweiliges Shooter-Erlebnis in der virtuellen Realität.

Die virtuelle Realität steckt immer noch in den Kinderschuhen. Viele der Spieler, die das Erlebnis gerne regelmäßig konsumieren würden, können nicht, da die Übelkeit danach auf die Stimmung drückt und all jene, die keinerlei solcher Probleme haben, warten noch immer auf die absoluten Knaller im VR-Software-Lineup. Einige haben es bereits vorgemacht, wie VR-Spiele auszusehen haben, um die Hardware langfristig auf die Siegerstraße zu befördern – allen voran Resident Evil VII. Doch viele der Games sind leider nur Spielereien, die einerseits recht kurz sind und dann auch noch etwas gesalzener zur Kasse bitten. Bravo Team ist leider genau so ein Fall. Es kann weder durch Kreativität, noch durch Langzeitmotivation punkten und wird wohl schnell vergessen werden. Das Spiel selbst ist schnell erklärt: ihr seid zwei Soldaten des Bravo Teams und müsst nach einem feindlichen Anschlag aus dem Krisengebiet entkommen und die Anweisungen eures Commanders erfüllen. Viel mehr möchte ich zur Story eigentlich nicht sagen, da, aufgrund der kurzen Spielzeit, diese in nur einem Satz abgehandelt werden könnte und andererseits aber auch keinerlei Relevanz hat. Das Spiel möchte auch gar keine ausgefeilte Story erzählen, sondern einfach nur ein Arcade-Shooter der guten alten Zeiten sein. Und genau das ist auch draus geworden. Ihr bewegt euch von Deckung zu Deckung mittels Knopfdruck und schießt auf Gegnerhorden, die sich euch in den Weg stellen. Habt ihr diese erfolgreich eliminiert, könnt ihr zum Ende des Gebietes schlendern, um den nächsten Abschnitt zu betreten. Samt Prolog bietet euch Bravo Team insgesamt sieben Abschnitte und rund drei Stunden Spielzeit, ehe ihr den Abspann zu Gesicht bekommt. Für ein Spiel, welches rund 40 Euro kostet, ein Spaß mit fahlem Beigeschmack.

Der Grund dafür ist nämlich der gesamte Spielablauf. Ihr bewegt euch nicht frei herum, ich habt keine umfangreiche Ausrüstung, keine Wurfgeschosse, keine speziellen Angriffstaktiken, sondern einfach nur eure beiden Waffen, wovon die normale Pistole unendlich Munition aufweist, um euch in gewissen Situationen zu retten, wenn ihr vergebens nach neuer Munition sucht. Die Steuerung mittels PlayStation VR Aim Controllers wird ebenfalls unterstützt und funktioniert größtenteils wirklich gut. Ihr könnt sogar durch das Zielfernrohr gucken und auch die Bewegungen der Waffe in euren Händen werden gut übernommen. Leider spielt die Kalibrierung immer wieder mal verrückt, sodass sich die Waffe regelmäßig in meiner Hand verschoben bzw. gedreht hat und ich quasi den Aim Controller schief halten musste, um geradeaus zu zielen. Da ich sonst niemals solche Probleme mit VR habe, kann ich dies derzeit nur auf das Spiel selbst zurückführen. Glücklicherweise gibt es auch die Alternative mit normalem DualShock Controller zu spielen, was auch bestens funktioniert. Die Bewegung in Bravo Team erteilt ihr mittels Anweisungen. Ihr zielt auf eine markierte Deckung, die nicht gerade von eurem Partner belegt ist und schickt euren Soldaten per Knopfdruck dorthin. Die VR-Kamera bleibt dann wie eingefroren stehen und ihr dürft eurem Charakter nachschauen. Erst wenn dieser sich am ausgewählten Platz befindet, wechselt ihr wieder in Ego-Perspektive. Selbiges gilt teilweise auch, wenn ihr einen Knockout hinnehmen müsst und auf Hilfe wartet. Es ist auf Dauer ziemlich irritierend. Die Entscheidungsgründe dafür kennt wohl nur Supermassive Games selbst, denn mit freien Bewegungen hatte ich in keinem einzigen VR-Spiel bislang Probleme.

Das Spiel lässt sich sowohl im Einzelspieler-Modus mit von der K.I. gesteuertem Partner, als auch im Online-Koop-Modus spielen. Beides funktioniert recht gut, auch wenn die K.I. nicht immer glänzt – sie erfüllt zumindest ihren Zweck. Außerdem könnt ihr aus drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen und die Kapitel der Story auch einzeln selektieren. Der Modus “Punktejagd” lädt zwar zum mehrmaligen Spieler der Levels ein, birgt aber nicht die nötige Langzeitmotivation, da die Level selbst größtenteils recht uninspiriert sind und nach dem Abschluss der Story nicht wirklich Neues bieten. Zumindest grafisch kann das Spiel in einigen Bereichen wirklich glänzen. Da scheint Supermassive Games tatsächlich ein Vorreiter in der Industrie zu sein, wenn es zum Thema VR kommt. Leider haben sie offenbar vergessen, wie man Spiele gestaltet, die einen fesseln und nicht mehr loslassen, wie eben ein Until Dawn. Schon der mit Spannung erwartete Titel The Inpatient konnte letzten Endes nicht überzeugen und Bravo Team erntet leider auch nicht allzu viele Lorbeeren. Für rund 40 Euro darf man sich dann doch etwas mehr erwarten – mehr Abwechslung, mehr Kreativität, mehr Spannung und vor allem mehr Spiel. Daher gibt es von uns zum jetzigen Zeitpunkt keine uneingeschränkte Kaufempfehlung.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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The Good

  • Grafisch recht beeindruckend
  • Online Koop-Modus

The Bad

  • Recht kurzer Story-Modus
  • Gameplay uninspiriert
  • Wenig Abwechslung im Spielablauf
  • Aim Controller Steuerung offenbar verbuggt
4

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

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