Batman: The Telltale Series – Die komplette erste Staffel

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Batman: The Telltale Series – Die komplette erste Staffel Review

Aus den Schatten von Gotham City erhebt sich ein neues Gesicht.

Telltale Games ist seit jeher bekannt für ihre stimmig erzählten Geschichten in Videospielform. Nun hat man sich einer ganz großen Persönlichkeit angenommen, nämlich keinem geringeren als Bruce Wayne. Der Super-Milliardär aus Gotham City hatte eine ganz fürchterliche Kindheit. In seinen Kindheitstagen wurden nach einem gemeinsamen Kinobesuch seine Eltern vor seinen eigenen Augen ermordet. Den psychischen Knacks, der er seither mit sich trägt, versucht er mittels vigilantivem Verhalten zu kompensieren, indem er sich seinen Fledermausanzug überstreift und als Batman versucht, die Welt von Gotham zu verbessern.

In Telltale Games‘ neuestem Point and click Abenteuer (zumindest für jene, die es auf einem Touchscreen spielen) geht es um die Entstehung von Batman, die Intrigen rund um die Wayne Familie und welche Beziehungen sie zu den Kriminellen dieser Stadt hatten. Dabei lässt die Geschichte keine Brutalitäten und moralische Vergehen aus, sondern überrascht sogar mit durchgehend packenden Action-Sequenzen, die aber nichts für junge Batman-Fans sind. Batman: The Telltale Series – Die komplette erste Staffel ist nämlich erst ab 18 Jahren freigegeben und das aus gutem Grund. Ihr werdet vor teils schockierende Entscheidungen gestellt, in denen ihr Gewalt anwenden oder euch für einen eher sachteren Weg entscheiden könnt. Abgesehen davon geht es aber auch ohne euer direktes Einwirken hin und wieder enorm ruppig zu, was das Spiel für viele vielleicht unnötig brutal macht, andere hingegen dadurch aber mehr denn je in den Bann zieht, da es einen viel erwachseneren Ton einschlägt.

Telltale Games hat am Spielprinzip auch diesmal nicht allzu viel geändert, denn zumindest die grundlegenden Dinge sind gleich geblieben. Ihr könnt das Spiel entweder per Controller und Druck auf diverse Buttons steuern oder aber ihr nutzt den Touchscreen eures Tablets, Smartphones oder der Nintendo Switch. Ich durfte das Spiel auf letzterem Gerät testen und fand die Steuerung per Wischgesten und Auswahl durch einen Fingertipp natürlich viel intuitiver und schlichtweg besser. Bislang hatte ich die Spiele von Telltale Games jedoch immer per Controller gespielt, wohl aus Nostalgiegründen. Technisch läuft das Ganze prinzipiell ganz gut und auch die Engine der Spiele wurde über die letzten Jahre hinweg verbessert. Ganz problemfrei ist diese zwar noch immer nicht, aber mir sind auch keine wirklich schwerwiegenden Probleme aufgefallen, außer einigen wenigen Framerateeinbrüchen. Hin und wieder kam es jedoch zu unverständlichen Reaktionen der Charaktere. Beispielsweise hatte ich in einer Szene von jeglicher Gewalt als Batman abgesehen, doch Alfred hat in der nachfolgenden Szene mit dem Finger auf mich gezeigt und mich der verheerenden Gewalt beschuldigt. Bei einem Spiel, welches sich durch eigene Entscheidungen verändert durchaus ein Problem.

Neu sind diesmal jedoch die Rätsel-Sequenzen, in welchen ihr Tatorte untersuchen und die einzelnen Beweisstücke verknüpfen müsst, um den Tathergang zu rekonstruieren. Diese stellen zwar keine Bahnbrechende Neuerung dar, fügen sich jedoch passen zu Batman gut ins Spiel ein. Die einzelnen Passagen können aber nur passiert werden, wenn ihr sämtliche Beweise richtig verknüpft habt. Bei falscher Vorgehensweise gibt’s jedenfalls keine schlimmen Auswirkungen. Was das Spiel auch noch auszeichnet, sind die einzelnen Entscheidungen, die ihr treffen müsst. Ihr seid wohl das bekannteste Gesicht in Gotham und stets unter Beobachtung von der gesamten Bevölkerung. Teilweise können harmlos scheinende Aktionen von euch später viel mehr Gewicht tragen – sowohl in die gute als auch schlechte Richtung. Demnach müsst ihr viel mehr vorausdenken, als noch in vergangenen Spielen, wo oftmals lediglich eine Handvoll an Personen betroffen waren. Auch die Entscheidungen, ob ihr euch als Batman oder Bruce Wayne gewissen Personen stellen wollt, untermalen einmal mehr die schweren Entscheidungen des Spielers. So kann schon etwas ganz ganz Simples, wie ein Händeschütteln, euch nachher zum Verhängnis werden.

Außerdem gibt es nun auch für alle, die bislang nur Zuseher waren, eine Möglichkeit am Spiel teilzuhaben. Mit dem neuen Crowd Play Feature können bis zu zwölf Personen an der Geschichte teilhaben. Dazu benötigt wird lediglich euer Smartphone und eine bestehende Internetverbindung. Ihr erhaltet dann einen Code, den ihr auf der Website von Telltale Games eingebt, um euch mit dem Spiel zu verbinden. Euch werden dann bei Entscheidungen die Farben der Antworten am Smartphone angezeigt, nicht jedoch die Antworten selbst, wodurch es manchmal recht hektisch werden kann und man sich vertippt. Jedenfalls nimmt das Spiel dann den Verlauf, den das Publikum gewählt hat, sofern man das so möchte. Es gibt nämlich zweierlei Einstellungen. Zum einen entscheidet dennoch der Host des Spiels und sämtliche Stimmen der Zuseher sind quasi nur Empfehlungen oder aber die Mehrheit der Stimmen entscheidet. Bei Gleichstand würde dann dennoch die Stimme des Hosts mehr Gewicht haben. Ein nettes Feature, welches vor allem Streamern in die Hände spielt, aber auch lokal auf der Couch für Unterhaltung sorgt. Und wenn es nach Telltale Games geht, was es ja auch tut, so soll dieses Feature fortan in sämtliche Spiele integriert werden, was ich persönlich wiederum sehr begrüßen würde.

Fazit

Batman: The Telltale Series – Die komplette erste Staffel kann wieder durch eine spannende Geschichte und einigen feinen Neuerungen punkten. Wer die Telltale Games Spiele bislang genossen hat, wird auch hier wieder gut unterhalten werden. Die Brutalität des Spiels überrascht, wodurch das Spiel nicht mit Kindern oder Teenagern gespielt werden sollte. Hat man aber ein paar Freunde gefunden, sollte man definitiv den Crow Play Modus spielen, um das Maximum aus dem Spiel rauszuholen. Von mir gibt es einen klaren Daumen nach oben, selbst, wenn immer wieder mal technische Makel auftreten. Glücklicherweise sind die keineswegs spielspaßmindernd, wodurch darüber hinweg gesehen werden kann.

Wir bedanken uns bei Telltale Games für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂

The Good

  • Packende Story
  • Weitreichende Entscheidungen
  • Crowd Play Modus

The Bad

  • Technische Makel der angestaubten Engine
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at