Aven Colony

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Aven Colony Review

Ein neuer Planet, eine neue Kolonie. Schafft ihr das schier unmögliche Vorhaben, einem unbekannten Planeten Leben einzuhauchen?

Aven Colony war völlig an mir vorbeigegangen, bis ich vor rund einem Monat einen genaueren Blick darauf werfen konnte. Ich liebe ja Spiele wie SimCity oder Anno und genau die beiden Genre-Vertreter von Aufbausimulationen vereint das Spiel in geschickter Art und Weise im eigenen Gewand. Das einzige Problem dabei ist lediglich, dass euch das Spiel in seinen Bann ziehen und unzählige Stunden eures Lebens kosten wird.

Nach eurer Ankunft auf diesem unbekannten Planeten gilt es, eine neue Kolonie zu gründen und dafür zu sorgen, dass diese auch beständig bleibt. Dazu müsst ihr euch auf alle wichtigen Dinge konzentrieren, welche so ein Vorhaben eben mit sich bringt. Neue Mitbewohner brauchen eine Unterkunft, Essen und Trinken, sowie einen Job. Mit wachsender Population werden auch Polizei-Drohnen, Krankenhäuser oder Unterhaltungszentren benötigt. Außerdem müsst ihr auch auf die Lebensqualität achtgeben und so Luftverschmutzungen vermeiden oder Angriffe von Außerhalb abwehren. Immerhin seid ihr auf einem Planeten, der von anderen Wesen unsicher gemacht wird. Und dann war da noch das Problem mit den Jahreszeiten, die euch oftmals in Bedrängnis bringen können. Aven Colony ist kein leichter Job, so viel ist sicher.

Um die Kolonie in Schwung zu bekommen, benötigt es an einigen Ecken euer Geschick. Vieles wird euch in Einzelschritten der ersten Missionen erklärt. Danach seid ihr jedoch mehr oder minder auf euch alleine gestellt. Die Einstiegs-Mission ist dabei noch die einfachste, um alles kennenzulernen. Habt ihr SimCity oder Anno gespielt, werdet ihr euch schnellstens zurecht finden. Unterkünfte bauen, Arbeitsplätze schaffen, für Ordnung und Recht sorgen und Felder bepflanzen, um Grundnahrungsmittel zu fördern. Ganz wichtig: Elektrizität! Ohne dieser könnt ihr euch nämlich bald von eurer Kolonie verabschieden. Habt ihr genug Ressourcen beisammen, könnt ihr auch in die Forschung gehen und so beispielsweise besseres Essen erzeugen. Besseres Essen bedeutet auch eine bessere Moral in der Bevölkerung, die natürlich immer wieder neue Ansprüche stellen, die es abzudecken gilt.

Wenn dann mal der Winter einbricht, geht es um’s blanke Überleben. Elektrizitätswerke fahren ihre Leistung runter, Felder mit Nahrungsmitteln bringen keine Erträge mehr, eure Vorräte schrumpfen vor euren Augen auf ein Minimum. Spätestens jetzt wird euch bewusst, wie geschickt ihr einerseits eure Ressourcen planen und andererseits auch vorausdenken müsst, um zu überleben. Habt ihr den ersten Winter überstanden, wisst ihr zumindest schon, auf was ihr euch das nächste Mal vorbereiten könnt. Aber so schwer muss es nicht immer sein, denn habt ihr bereits Gebäude oder Felder gebaut, schalten sich die nächst möglichen Erweiterungen für diese Objekte frei. So könnt im dann auch richtige Anlagen bauen, die im Winter ebenfalls Ertrag abliefern. Überschüssige Elektrizität könnt ihr in einem Speicher für die kalten Tage sammeln und auch Essensvorräte lassen sich ohne Probleme aufbewahren. Für all das braucht ihr übrigens Naniten, welche die Hauptressource in Aven Colony darstellen. Es ist quasi das Holz dieses Planeten, welches ihr auf verschiedenste Arten und Weisen erzeugen könnt.

Die Moral und Zufriedenheit eurer Kolonie ist ebenso wichtig, wie alles andere. Um das zu gewährleisten, müsst ihr Unterkünfte und Jobs nah aneinander bauen, um den Arbeitern einen angenehm kurzen Arbeitsweg zu ermöglichen. Zudem sollte die Luftqualität, das Freizeitangebot und auch die Sicherheit in den besiedelten Gebieten gewährleistet sein. Ist sie das nicht, wirkt sich das auf die Produktivität und damit auch den Ertrag aus. Ihr könnt einzelne Gebäude oder Anlagen entweder direkt aneinander bauen oder mit Tunneln verbinden. Doch schlechte Planung wirkt sich im späteren Verlauf auf das Spielgeschehen aus. Daher sollte man von Anfang an Plätze für zukünftige Anforderungen einplanen.

Ein fremder Planet bringt natürlich auch neue Gefahren mit sich und so kann es hin und wieder passieren, dass nicht nur Unwetter eure Gebäude beschädigen (die ihr dann schnellstens reparieren solltet, um wieder volle Produktivität zu erreichen), sondern auch fremde Lebensformen eure Gebäude und damit auch die Bewohner entweder in Gefahr bringen oder infizieren. Das hat – solltet ihr nichts weiter unternehmen – wiederum eine komplette Ausrottung der Bevölkerung und damit das Ende der Kolonie zur Folge. Davon kann ich bereits ein Lied schreiben. Aber auch hier gibt es mit Reinigungs-Drohnen und Geschütz-Drohnen im späteren Spielverlauf ein erfolgreiches Mittel gegen dieses Problem.

Es gibt zudem auch noch die Möglichkeit einen Handelsposten zu errichten, über den ihr Ressourcen mit anderen Kolonien tauscht. Entweder könnt ihr das auf eine langfristige Auftragslage auslegen oder als Einmal-Lieferung. Jedenfalls bringt das oft nicht nur neue, benötigte Ressourcen, sondern auch andere Belohnungen, wie beispielsweise Naniten oder auch Migranten, die eure Bevölkerung vergrößern. Apropos Belohnungen: Solltet ihr eine der elf Story-Missionen spielen, werdet ihr immer wieder an der Hand geführt, was ihr als nächstes tun sollt. Habt ihr gewisse Meilensteine erreicht, hagelt es Boni. Im Endlos-Modus hingegen seid ihr auf euch alleine gestellt und spielt so lange, bis eure Kolonie dem Untergang geweiht ist.

Fazit

Aven Colony ist ein prächtiges Beispiel für einen süchtig machenden und gut durchdachten Zeitfresser. Es gäbe noch viel mehr, das eine Erwähnung verdient hätte, aber das würde wohl alle Grenzen dieses Reviews sprengen. Kurzum: das Spiel kann in beinahe allen Belangen ohne Abstriche punkten. Die Präsentation, Einführung, Sprachausgabe und die einzelnen Story-Missionen sind tiptop und motivieren auf lange Zeit. Der Schwierigkeitsgrad zieht einige Mal doch an, vor allem, wenn man neuen Situationen ausgesetzt ist, die man noch nicht kannte. Aber durch die Möglichkeit ein Spiel jederzeit zu speichern und von dort weg neu zu starten, macht das alles verkraftbar, sollte man folglich mal ausgerottet werden. Einzig und allein das Navigieren auf Gebäude, die man für aktuelle Vorhaben benötigt, stellt sich als schwierig heraus, da man sich etwas schwer tut, die generischen Sci-Fi Gebäude auseinander zu halten. Für Anno und SimCity Fans also eine absolute Empfehlung!

Aven Colony ist für rund EUR 29,99 für PlayStation 4, Xbox One und PC erhältlich.

Wir bedanken uns bei Team17 für die Bereitstellung eines Testmusters.


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The Good

  • Tolles Gameplay
  • Schier endlose Möglichkeiten
  • Sprachausgabe
  • Fordernder Schwierigkeitsgrad
  • Tolle Story-Missionen

The Bad

  • Gebäude oft nicht unterscheidbar
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at