Animal Crossing: New Horizons

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Animal Crossing: New Horizons Review

Reif für die Insel.

Rund drei Jahre nach dem Erscheinen der Nintendo Switch war nun ein wahrlich denkwürdiger Tag gekommen. Animal Crossing – von vielen geliebt, von genau so vielen verschmäht – hat endlich Einzug in das Software-Aufgebot von Nintendos hauseigenen Kreationen gehalten und plötzlich sieht man Leute in seiner Freundesliste spielen, die man fast schon totgesagt hätte. Es ist ein Phänomen, welches wohl nur schwer beschreibbar und genau so schwer zu verstehen ist, aber die Magie rund um Tim Nook & Co. ist eine ganz spezielle, die einen schlichtweg den Tag versüßt und das auf lange Sicht. Mittlerweile ist schon mehr als ein Monat seit der Veröffentlichung des Titels vergangen und nachdem meine Nintendo Switch lite zur Reparatur musste und mein isolierter Speicherstand mitverschickt wurde (Kritik folgt), habe ich nun Zeit, die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen. Es gibt mindestens genau so viele Kritikpunkte, wie es auch Lobhudeleien gibt. Von daher, einfach mal der Reihe nach.

Viele von euch werden sich vermutlich wundern, warum wir unser Review erst jetzt veröffentlichen und nicht schon vor einigen Wochen – also zu dem Zeitpunkt, wo das Spiel noch “aktuell” war. Das lässt sich leicht erklären. Sämtliche Animal-Crossing-Spiele sind dafür bekannt, Spielinhalte für etliche Jahrzehnte im Voraus zu besitzen. Somit würdet ihr auch selbst heute noch neue Inhalte für das im Jahre 2001 erschienene Animal Crossing für den Nintendo GameCube erleben. Wären demnach die Reviews von damals heute noch aktuell? Wohl kaum. Jeder Zeitpunkt, zu dem ein Review zu einem der Animal-Crossing-Spiele erscheint, ist definitiv zu früh – selbst unser Review mehr als 90 Tage danach. Von daher können auch wir euch auch nur einen Einblick in das bisher erlebte geben und nicht auf das, was noch kommen wird. Aber das ist gleichzeitig auch das Schöne daran. Animal Crossing wird einfach nie langweilig – egal wie viel man bereits gespielt hat oder wann man damit anfängt. Animal Crossing ist einfach immer aktuell und wird sogar laufend mit neuen Spielinhalten durch Updates erweitert.

Ein Umstand, der zwar nett und kundenfreundlich ist, mir aber als Sammler doch auch sauer aufstößt. Das Spiel wurde bereits einmal verschoben, um dem Entwicklerteam genügend Zeit zu geben, alles ohne den zurecht verachtenden “Crunch” fertigzustellen. Doch auch diese Zeit genügte offenbar nicht, dies zu bewerkstelligen. Bis zum Ableger auf dem Nintendo 3DS war noch das gesamte Spiel auf dem Datenträger am ersten Tag vorhanden (abgesehen vom umfangreichen Camping-Update zu Animal Crossing: New Leaf einige Jahre nach der Erstveröffentlichung). Do darf man sich von der Idee eines “kompletten Spiels für die Ewigkeit” bereits jetzt verabschieden. Ein Umstand, der auf Plattformen der Konkurrenz von Sony oder auch Microsoft kein Problem wäre. Doch Nintendo ist dafür bekannt, die Spieleserver als auch eShops bereits wenige Jahre nach dem Ende einer Konsole abzudrehen und damit den Zugang zu bereits gekaufter Software als auch Spieleupdates gänzlich zu verwehren oder nur noch eingeschränkt zugänglich zu machen. Jemand, der sich erst in zehn Jahren eine Nintendo Switch Konsole samt Animal Crossing: New Horizons kauft wird mich hoher Wahrscheinlichkeit nur mehr ein unfertiges Spiel vorfinden. Wie sagte Shigeru Miyamoto einst doch so schön: “A delayed game is eventually good, but a rushed game is forever bad“. Soll nicht heißen, dass Animal Crossing: New Horizons schlecht wäre, aber es wirkt definitiv “rushed”.

Aber ich denke, wir haben nun genug über den dämlichen Zustand von Updates nach Veröffentlichungen geplaudert; konzentrieren wir uns lieber auf die eigentlichen Askpekte des Spiels. In der Vergangenheit habe ich persönlich den Konsum der Animal-Crossing-Spiele immer auf einem täglichen Minimum gehalten – denn dafür sind diese eigentlich auch gedacht. Hier eine Blume pflanzen, dort ein Objekt platzieren, ein wenig mit den Einwohnern plaudern und natürlich zwischendurch auch ein bisschen shoppen. Aber bis es zu diesem gemütlichen Zeitvertreib kommt, werdet ihr einiges an Arbeit in eure Insel reinstecken müssen, denn diese war bislang noch von keinem anderen Tier vorher betreten worden. Tom Nook, der alter Halsabschneider, sowie Nepp, Schlepp und ihr selbst seid also die ersten, die das abgelegene Eiland betreten. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie verwuchert und mit Bäumen zugewachsen ihr die Insel vorfinden werdet. Also heißt es erstmal aufräumen. Und bereits hier merkt man, dass das Spiel ein angenehmes Pacing hat – also die Geschwindigkeit, mit der ihr Fortschritte erzielt und neue Sachen freischaltet. Habt ihr beispielsweise genügend Unkraut gejätet und Äste gesammelt, könnt ihr euch bereits ans Herstellen von Gegenständen machen. Eine tolle Neuerung, die ihre Premiere in New Horizons feiert.

Musstet ihr in vorangehenden Ablegern euch auf das Shopping-Angebot und den Vorschlägen für die Stadtverschönerung von Melinda beschränken, so sind euch diesmal beinahe keine Grenzen eurer Kreativität gesetzt. Abgesehen davon müsst ihr nun nicht mehr einen Tag bis zur Errichtung solcher Objekte warten, sondern könnt diese jederzeit herstellen und auch gleich platzieren. Wozu ihr das eigentlich machen sollt? Nun, Tom Nook verfolgt einen großen Plan, bei dem ihr ihm helfen sollt. Er möchte den berühmten Gitarristen K.K. Slider auf die Insel locken und da hat er natürlich schlechte Argumente, wenn die Insel aussieht, als würde sie einem Urwald gleichen. Daher ist es unerlässlich, dass ihr diese aufpoliert und nicht nur attraktiv für andere Bewohner, sondern eben auch den “Final Showdown” macht, der, Spoiler, nicht ganz das Finale des Spiels ist.

Aber wieder zurück zum Crafting, alles andere ist noch Zukunftsmusik. Mit euren gesammelten Gegenständen könnt ihr anfangs nur wenig bauen. Vielleicht eine Schaufel, ein Fangnetz oder auch eine Axt. Aber für alles weitere benötigt ihr Anleitungen, die ihr dann nutzen könnt, um Schritt für Schritt neue Bereiche der Insel erkunden zu können. In meinem Fall war ich von einem Fluss eingeschlossen, den ich erst mit einem Sprungstab überwinden musste, bevor ich diesen nach und nach mit Brücken wieder obsolet machen konnte. Selbes gilt für Erhöhungen, die ebenfalls neu in Animal Crossing sind. Für diese benötigt ihr eine Leiter, um raufklettern zu können. Später eröffnet sich euch dann auch die Möglichkeit, Aufgänge zu platzieren, damit ihr fortan auch die Leiter zuhause lassen könnt. All das ist zwar in wenigen Sätzen abgehandelt, zieht sich jedoch über mehrere Tage im Spiel und auch im echten Leben, denn Animal Crossing läuft ja bekanntlich in Echtzeit ab. Wie angesprochen, öffnet das Spiel euch Schritt für Schritt neue Bereiche und Möglichkeiten, ohne euch zu überfordern oder zu viel Fokus auf einmal abzuverlangen. Viele finde das nervtötend, ich befürworte das. Sämtliche Square-Enix Spiele dreschen ihre Informationen und Tastenbelegungen in den ersten 30 Minuten so auf mich ein, dass ich danach aufgrund von Kopfweh eine Pause benötige und bis zum nächsten Spielstart wieder alles vergessen habe. New Horizons findet hier einen perfekten Mittelweg. Je mehr ihr spielt, desto früher werdet ihr zwar einige Dinge erledigen dürfen, aber dennoch blockt euch das Spiel, um zu viel auf einmal konsumieren zu können.

Nepp & Schlepp, als auch Tom Nook selbst, folgen diesem Beispiel. Erst verkaufen sie nur eine handvoll Waren und Erweiterungen für euer Haus. Im weiteren Verlauf des Spiels werden sie expandieren, ihre Pforten schließen, umbauen und mit neuen Möglichkeiten und erweitertem Sortiment wieder öffnen. Doch auch mit mehr Objekten, die man kaufen kann, wird man so schnell nicht alles zur Verfügung haben. Es gibt immer nur wenige Waren zur Auswahl, die noch dazu täglich wechseln. Manche davon sind limitiert und andere wiederum in unbegrenzter Stückzahl erhältlich. Da macht es auch Sinn, sich mit anderen Freunden auszutauschen und diese auf ihrer Insel zu besuchen.

Apropos, der Flughafen steht euch jederzeit zur Verfügung. Ihr könnt mit Dodo Airlines nicht nur verschiedene Inseln besuchen, die ihr offline zur Verfügung habt, sondern, wie eben angesprochen, auch Freunde besuchen. Dort könnt ihr euch Inspirationen holen, mit einem anderen Angebot shoppen gehen oder ihnen helfen, die Insel zu verschönern. Dies wirkt sich beispielsweise auch positiv auf die Pflanzenzucht aus, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigen möchte. Offline-Inseln dienen einerseits zum Fotoshooting bei Harvey oder auch zum Plündern und Geldscheffeln. Ihr werden quasi niemals eine Insel zweimal betreten, wobei man das etwas relativieren muss. Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Inseln, die immer wieder das gleiche beherbergen, aber bei jedem neuen Besuch habt ihr wieder alles zur Verfügung und die zuletzt gesammelten Items, Blumen oder Früchte sind wieder vorhanden. Die Auswah reicht von einer Müllinsel bis hin zu furchteinflösenden, aber gewinnbringenden Spinneninseln. Diese könnt ihr teuer verkaufen und noch mehr Profit erzielen, wenn sich Carlson auf eurer Insel befinden. Ein Insektenfreund, der euch mehr für Käfer & Co. zahlt, als es Nepp & Schlepp tun. Selbes gilt auch für Fische. Da treibt sich dann aber jemand anderes bei euch rum.

Neu ist auch das Nook Meilen Programm, bei dem ihr euch Nook Meilen für allerhand Aktivitäten verdienen und dann gegen nette Goodies, wie beispielsweise Klamotten, Anleitungen oder auch Meilentickets, eintauschen könnt. Letztere benötigt ihr, um auf oben angesprochene Inseln fliegen zu können. Meilen bekommt ihr für das Pflücken von Früchten, Fangen von Fischen, Jäten von Unkraut, Besuchen von Freunden oder anderen Dingen. All diese Aktivitäten sind vordefiniert und können nur erledigt werden, solange man noch keinen Stempel in seinem Pass dafür hat. Aber es gibt dann auch noch das “Plus Programm”, bei dem ihr wiederkehrende Aufgaben für zusätzliche Meilen abschließen könnt, um nicht in ein potentielles Meilen-Limit zu laufen.

Ich Vergleich zu New Leaf auf dem Nintendo 3DS ist Tom Nook noch gieriger geworden, als er es ohnehin schon war. Ausbauten bei eurem Haus kosten jedes Mal um ein Vielfaches mehr, als beim Auftrag zuvor. Diese Dienstleistungen waren in New Leaf noch mit einem Einheitspreis versehen. Um an so viel Geld zu kommen, benötigt es entweder stundenlanges Sammeln von Muscheln, Früchten bzw. teuren Insekten oder aber auch ein glückliches Händchen beim Pokern. Ich rede aber nicht vom klassischen Kartenspiel, sondern vom Risiko beim Aktienhandel. Dieser ist nämlich in Form von Rüben abermals mit dabei und wird nun von Jorna angeboten – der Enkeltochter von Sigrid, dem Warzenschwein. Jeden Sonntag kommt sie zu euch auf die Insel und bietet Rüben im Zehnerpack zwischen 90 und 110 Sternis an. Von Montag bis Samstag kaufen Nepp & Schlepp dann eure Rüben zu sich ständig verändernden Preisen an. Sowohl vormittags als auch nachmittags solltet ihr diese in Erfahrung bringen, um so den großen Profit zu erhaschen. Da man mit seiner eigenen und damit einzigen Insel der Willkür des Aktienmarktes ausgesetzt ist, wäre es natürlich von Vorteil, wenn man all seine Freunde ebenfalls um Preise fragt. Oder so wie bei unserer Freundesgruppe ein übersichtliches Excel-Sheet führt, wo jeder der 20 Spieler seine Preise einträgt und man mit einem Rübenpropheten die besten Chancen auf einen hohen Verkaufspreis ausrechnen lässt. So passiert es nicht selten, dass man Rüben für rund 100 Sternis einkauft und für bis zu 600 Sternis wieder verkauft. Dann klappt es natürlich auch mit dem Haus(aus)bau.

Große Kritik möchte ich jedoch an der geänderten Tatsache üben, dass man Rüben nicht mehr verstauen kann. In New Leaf war es möglich, dass man seine Rüben in den Spind packt und damit nicht nur in seinem Haus, sondern auch auf anderen Inseln darauf zugriff hatte. Jeder Bahnhof hatte diese Spinde dann zugänglich, was vor allem bei Rübenverkäufen auf anderen Inseln praktisch war. In New Horizons gibt es diese Möglichkeit nicht mehr, da man Spinde vollständig eliminiert hat. Man muss seine Rüben (die schon mal 20.000 Stück an der Zahl überschreiten können) also willkürlich in seinem Haus auf mehreren Etagen oder draußen verteilen, wo sie wertvollen Platz einnehmen und im Weg rumliegen. Möchte man diese dann auf anderen Inseln verkaufen, muss man mehrmals hin und wieder retour fliegen, damit man alles wieder loswird. Das kann dann schon mal dauern, da die schier endlos lang wirkende Ladezeit bei jedem Anflug einem den letzten Nerv raubt. Zumindest so lange, bis die Inseln auch von weiteren Spielern angeflogen wird und jedes mal das komplette Spiel stillsteht, ehe der Landevorgang beendet ist. DAS raubt einen dann tatsächlich den allerletzten Nerv. Vor allem, wenn es nach fünf Landeanflügen einen Netzwerkfehler gibt, alle von der Insel geschmissen werden, teilweise sogar der Spielstand zurückgesetzt wird und alles wieder von vorne losgeht.

Auch beim Gestalten eurer Insel könntet ihr den ein oder anderen Anfall von Wut bekommen, wenn ihr, so wie ich, kleine Monks seid, die alles perfekt positionieren müssen, um den inneren Seelenfrieden zu erlangen. Generell würde ich meinen, dass die Auswahl an Gegenständen, Gebilden und sonstigen Verschönerungen genügen müsste, um die Insel nach euren Vorstellungen zu bebauen. Wenn ihr jedoch ein Haus baut und die Brücke davor mittig zur Eingangstür platzieren wollt, werdet ihr merken, dass dies nicht möglich ist. Das Spiel orientiert sich an einem Raster, an welchem die Objekte “anhaften”. Ein Haus hat eine Breite von fünf Kästchen, eine Brücke immer eine Breite von vier. Ergo ist es niemals möglich, diese mittig zu platzieren und der Monk in euch wird einen qualvollen Tod sterben. Pflastersteine sind ebenfalls unterschiedlich in ihrer Größe, je nachdem wo ich diese gerade platziert. Manchmal könnt ihr diese am Ende eines Weges schön abrunden, manchmal auch nicht. Für viele Spieler mag dies ein unwesentlicher Punkt sein, aber mich macht das wahnsinnig und rasend. Ein Spiel, welches so erpicht darauf ist, euch die perfekte Insel gestalten zu lassen und dann so eine unflexible Art und Weise anbietet, wie ihr das (nicht) bewerkstelligen könnt, ist für mich in diesem Aspekt schlichtweg durchgefallen. Ich habe parallel in den letzten Wochen auch wieder Dragon Quest Builders 2 gespielt und damit den direkten Vergleich gehabt. Trotz Minecraft-Quader bin ich in diesem Spiel flexibler dran, mein gewünschtes Ziel zu erreichen, als in Animal Crossing: New Horizons.

Selbes Problem sehe ich beim Herstellen von Gegenständen. New Horizons legt einen riesigen Fokus darauf und es macht auch wirklich Spaß, bis ihr von einem Gegenstand mehr als ein Stück benötigt. Sagen wir mal, ihr würdet einen Zaun für euch und eure zehn Bewohner auf der Insel benötigen – also rund 200 Zaunstücke. Glaubt nicht, dass ihr einfach sagen könntet, “bitte bau mir 200 Stück auf einmal”, nein, ihr müsst jedes einzelne dieser 200 Stücke einzeln bauen und euch durch immer nervtötenderen Text klicken, um zum nächsten Stück zu gelangen. Generell schüttet euch das Spiel teilweise mit viel zu viel Gequassel und umständlichen Optionsanwahlen zu. Wollt ihr beispielsweise einen Freund besuchen, könnt ihr nich einfach am Flughafen diese Option sofort anwählen, nein, ihr müsst dem Dodo-Dödel sagen, dass ihr verreisten wollt. Anschließen erklärt ihr ihm, dass ihr auf eine Insel wollt, die online verfügbar ist. Danach wählt ihr noch, ob per Dodo-Code oder Freundesliste. Anschließend werkelt er etwas rum und präsentiert euch die Inseln, die er anfliegen kann. Et voilà, hat ja nur ne Minute gedauert. Es sind einfach viele solcher kleinen Dinge, die euch den Spielspaß trüben werden – egal wie genial und lustig Animal Crossing: New Horizons sonst ist. Das Spiel ist nicht fertig und es fehlt ihm an vielen Quality-of-Life-Verbesserungen, die es aber unbedingt benötigt.

Vor wenigen Tagen ist auch ein großes Update erschienen, welches dem Spiel viele neue Inhalte hinzufügt, die es in New Leaf bereits von Anfang an gab. Beispielsweise Reiner mit seinem Schatzkutter voller Bildern, Antiquitäten und Fälschungen, welche auch gleichzeitig das Museum erweitern oder auch Gerd mit seinem Blumenladen, der nun zusätzlich Büsche zum Verkauf anbietet. Außerdem gibt es neue Events, die nach dem Häschentag-Event nur noch besser werden können, wie beispielsweise eine Labyrinth-Insel mit einer speziellen Belohnung oder eine Weddingplanner-Aufgabe, bei der es darum geht, das perfekte Hochzeitsfoto für zwei vergessene Animal-Crossing Charaktere zu schießen. Einige der vergangenen Events hatte ich jedoch leider verpasst, da meine Nintendo Switch lite den ominösen JoyCon-Drift erleiden musste und damit nicht nur meine Hardware zu Nintendo geschickt wurde, sondern auch mein Spielstand, den man ja weder in der Cloud sichern, noch auf ein anderes Gerät übertragen kann. Noch dazu kommt, dass man ohnehin nur eine Insel pro Konsole haben kann und sollten mehr als eine Person die Konsole mit eigenen(!) Profilen bespielen, muss man sich diese wohl oder übel teilen. Manchmal frage ich mich echt, was sich Nintendo dabei denkt und für was ich eigentlich Geld für den Nintendo-Switch-Online-Service löhne, wenn ich diesen eh nicht bei Nintendo-Titeln nutzen kann. Demnach musste ich eine Zwangspause einlegen, was jedoch diesmal nicht ganz so schlimm ist, wie noch in der Vergangenheit. Mr. Resetti wurde nämlich in Rente geschickt und Zeitreisen werden de facto nicht mehr bestraft, außer, dass eure Rüben verwelken, wenn ihr mit solchen in die Vergangenheit reist. Also habe ich nach Erhalt meiner geliebten Switch lite die Zeit zurückgedreht und das Meiste wieder nachgeholt. Immerhin ein kleiner Trost für die unnötigen Unannehmlichkeiten.

Fazit

Die letzten Absätze hatten sehr viel berechtigte Kritik parat, weshalb man eventuell meinen möchte, dass Animal Crossing: New Horizons für mich ein Reinfall ist. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Es ist ein detailverliebtes und ruhiges Familienspiel, welches einem nicht nur in der Quarantäne die Zeit versüßt, sondern auch an jedem anderen Tag, an dem man nicht allzu viel davon konsumiert. Es gibt aber auch Freunde, die bereits nach einem Monat mehr als 700(!) Stunden in das Spiel gesteckt haben. Das könnte ich nicht, denn dafür wären die Feinheiten, die mich aufregen, ein zu großer “Show-Stopper”. In richtigen Maßen macht es aber unheimlich viel Spaß und man hat jeden Tag genug zu tun, um bei Laune gehalten zu werden und wer weiß: vielleicht erlebe ich noch den Tag, an dem Nintendo all die angesprochenen Probleme behebt und das Spiel mich noch mehr in seinen Bann zieht, als es das ohnehin schon getan hat. Bleibt dann halt nur der Wermutstropfen, dass Nintendo sich nicht mehr die Zeit nimmt, um Spiele vollständig und gepolished auf den Markt zu bringen und vermehrt auf den Zug der “Live-Services” aufspringt, welche in mir nichts als Brechreiz hervorrufen. Aber langfristiges Denken hat in der Industrie schon lange keinen Platz mehr. Release now, patch later! Yay.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Animal Crossing: New Horizons für Nintendo Switch

The Good

  • Gutes Pacing, welches nicht überfordert
  • Das Herstellen von Gegenständen ist eine gute Bereicherung
  • Großes Arsenal an Gegenständen zum Gestalter eurer Insel
  • Entspannender und passender Soundtrack
  • Kostenlose Inhalts-Updates, die das Spiel um fehlende Features bereichern

The Bad

  • Unvollständiges Spiel, wenn man den direkten Vergleich zum Vorgänger auf dem Nintendo 3DS zieht
  • Das Herstellen von Gegenständen kann bei großen Vorhaben umständlich sein
  • Rübenverkäufe auf anderen Inseln gestalten sich als herausfordernd ohne inselübergreifende Lagerungsmöglichkeiten
  • Viele kleine Kinderkrankheiten und teils fehlender Feinschliff
  • Teils unnötig lange Texte und komplizierte Auswahl von Optionen
  • Nur eine Insel pro Konsole
  • Kein Backup der Speicherdaten in der Cloud
  • Kein Übertragen des Spielstands auf eine andere Konsole möglich
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at