Ace Combat 7

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Ace Combat 7 Review

Mit Überschallgeschwindigkeit durch die Lüfte.

Wer hätte das gedacht? Nach mehr als 12 Jahren schummelt sich mal wieder ein Hauptteil der Ace-Combat-Reihe auf unsere heimischen Konsolen, sieht man mal vom Spinoff Assault Horizon aus dem Jahre 2011 ab. Soll uns aber keinesfalls stören, da die Serie immer durch knallharte Arcade-Action in den Lüften bestochen hatte und die Vorzeichen für eine Fortführung dessen bestens standen. Gleich nach dem Start der Einzelspieler-Kampagne bestätigt sich auch diese Annahme mit der sehr cineastischen Erzählung der Geschichte. Wir sind in einen Krieg der fiktiven Osean-Föderation und dem Königreich Erusea vom Usea-Kontinent verwickelt. Die Geschichte an sich ist recht emotional und aufregend erzählt, soll uns in erster Linie aber nicht kümmern. Geschmäcker sind nun mal verschieden – für die einen ist es zu viel Kitsch, für die anderen genau richtig. Hauptsache das Spielerlebnis kann sich sehen lassen. Leider hat Ace Combat 7 dabei ein paar Startschwierigkeiten. Für jemanden, der vor mehr als einer Dekade das letzte Mal in den Genuss des Pilotendaseins eines virtuellen Düsenjets kam, war es anfangs ein Rätsel, wie alles zu funktionieren hat. Da half nur eines: alle Knöpfe am Controller selbst austesten – irgendeiner wird schon passen! Nach und nach kamen dann aber auch die recht spärlichen Hilfestellungen in Form von Text-Popups, welche uns die Steuerung näher bringen sollten. Definitiv zu spät und auch definitiv ein Punkt, den man Neulingen besser zu verstehen geben hätte können, da diese mitten im Flug- bzw. Kampfgeschehen über den Bildschirm huschten. Ein Zeitpunkt, wo der Fokus auf anderen Dingen liegt, als auf Hilfetexten.

Dennoch fühlt sich das Handling der Jets richtig gut an und mit ein paar Kniffen kann man auch recht schöne Manöver fliegen. Ihr habt übrigens die Wahl zwischen zwei Steuerungsmöglichkeiten. Einerseits steht euch die Anfänger-Option zur Auswahl, welche eher den intuitiven Weg geht und andererseits gibt es für Flugprofis auch die fortgeschrittene Steuerungs-Option, welche ein wenig mehr Kenntnis und Geschick erfordert. Die insgesamt 20 Story-Missionen erstrecken sich über verschiedene Szenarien, Gebiete und auch Wetterverhältnisse, die allesamt ihre Vor- und Nachteile mit sich bringen. Teilweise müsst ihr euch reinen Luftkämpfen widmen und feindliche Jets bzw. Drohnen vom Himmel fegen, dann wiederum ist der Boden euer Gefechtsschauplatz, indem ihr Stationen oder feindliche Einheiten pulverisiert. Für beide Szenarien gibt es eigene Spezialwaffen, die ihr über einen “Talentbaum” freischalten könnt – wobei man dazu eben nicht wirklich “Talentbaum” sagen kann. Ihr habt eine verzweigte Einkaufsliste von neuen Jets, die sich kontinuierlich mit MRP, der Ingame-Währung, kaufen lassen, welche ihr durch den Abschluss von Missionen verdient. Habt ihr einen Jet erstanden, könnt ihr den nachfolgenden auf diesem “Talent-Ast” ebenfalls eurem Hangar hinzufügen. Für jeden Flugvogel gibt es dann noch weitere Waffen, die im Vergleich zum Jet selbst aber recht günstig erscheinen. Das Gute daran ist, dass ihr alles, was ihr im Einzelspieler-Modus freischaltet, auch im Mehrspieler-Modus einsetzen könnt – vice versa.

Wir hatten bereits das Wetter angesprochen und möchten nochmals ein besonderes Augenmerk darauf lenken. Dieses sieht nicht nur prachtvoll aus, wie auch der Rest des Spiels, sondern bringt recht unterhaltsame, aber auch schwierig zu meisternde Tücken mit sich. Flüge durch heftige Gewitterwolken oder Stürme bringen nicht nur eure Ansicht ins Zittern, sondern auch euer Flugzeug selbst und verwirren eure technischen Geräte und Anzeigen. Regenwolken lassen den ein oder anderen Wassertropfen auf eure Windschutzscheibe prasseln und erschweren euch die Sicht. Auch beim Abfeuern von Raketen funktioniert das alles nicht mehr ganz so einfach, wie eventuell gewohnt. Kurzum: das Wetter kann euch einen Strich durch die Rechnung machen, wenn ihr nicht vorsichtig seid. Wie schon erwähnt, sehen die Wettereffekte auch recht beeindruckend aus und wirken verblüffend echt. Teilweise fragt man sich dabei schon, ob man gerade ein Videospiel vor Augen hat oder tatsächlich selbst aus dem Cockpit schaut. Apropos: auf der PlayStation 4 habt ihr tatsächlich die Möglichkeit, das zu tun. Der VR-Modus bietet euch leider nicht das Erlebnis der Einzelspieler-Kampagne, sondern einige eigenen Szenarien, die nicht ganz so kompliziert und umfangreich sind, um das Erlebnis an den Modus anzupassen. Dieses ist dann auch ein richtig abgefahrenes. Selbst im Cockpit zu sitzen und sich mit dem Kopf umzusehen ist beeindruckend und angsteinflößend zugleich. Immerhin düst man in schwindelerregenden Höhen durch die Lüfte. Leute mit einem schwachen Magen sollten eher Abstand davon halten. Für all jene, die damit kein Problem haben, stellt der Modus eine sehr gelungene Erweiterung zum Story-Modus dar, den ich wirklich sehr begrüße.

Zu guter Letzt bleibt noch der Mehrspieler-Modus zu erwähnen. Hier habt ihr zwei Möglichkeiten: Deathmath und Team-Deathmatch. Wie bereits erwähnt, könnt ihr alles, was im Einzelspieler-Modus freigeschaltet wurde, auch im Mehrspieler-Modus verwenden. Zudem gibt es auch noch Ausrüstung, die exklusiv im Mehrspieler-Modus zu verwenden ist. Bis zu acht Spieler können gleichzeitig daran teilnehmen und damit alles irgendwie ausgewogen bleibt hat man Stern-Abzeichen eingebaut, die ihr euch bei herausragenden Endergebnissen verdienen könnt. Sprich: gewinnt ihr, erhaltet ihr Abzeichen. Diese machen euch dann künftig zu einem beliebten Ziel für andere Spieler, da diese bei eurem Abschuss mehr Punkte verdienen können. Selbiges gilt aber natürlich auch für euch, solltet ihr Jagd auf Stern-Piloten machen. Die Runden dauern jeweils fünf Minuten und enden entweder wenn ihr oder euer Team siegreich hervorgeht oder die Zeit abgelaufen ist. Bei Letzterem ist der Spieler bzw. das Team siegreich, bei dem die meisten Punkte am Konto stehen. Definitiv ein kurzweiliges und unterhaltsames Erlebnis.

Fazit

Ace Combat 7 hatte sich vielleicht eine viel zu lange Auszeit genommen, kehrt aber mit einem Feuerwerk erneut auf unsere Konsolen zurück. Für Liebhaber von schnellen Jets ist es ein bedenkenloser Pflichtkauf – vor allem auf der PlayStation 4, wenn man auch noch PlayStation VR sein Eigen nennt. Sowohl der Einzelspieler-, Mehrspieler- als auch VR-Modus können vollends überzeugen und bieten eine Action-geladene Unterhaltung. Wir freuen uns allenfalls über das Comeback der Serie und können dieses nur wärmstens empfehlen!


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

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Ace Combat 7 (Strangereal Edition) für PlayStation 4
Ace Combat 7 für Xbox One
Ace Combat 7 (Strangereal Edition) für Xbox One

The Good

  • Action-geladenes Arcade-Gameplay
  • Beeindruckende Wettereffekte
  • Umfangreiches Arsenal an Fliegern und Waffen
  • PlayStation-exklusiver VR-Modus

The Bad

  • Zäher Einstieg durch ein fehlendes Tutorial
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at