Alienation – Außerirdische treffen auf Diablo

Was hat ein Top-Down Shooter mit dem Herren des Schreckens gemeinsam? Mehr als ihr denkt!

Auf den ersten Blick wirkt Alienation wie ein simpler Top-Down Shooter, der zwar optisch einiges hermachen kann, aber nichts wirklich Neues bietet. Nach einigen Missionen offenbart sich dann aber das Kernsystem, welches mit seiner stark an Diablo angelehnten Mechanik für den gewissen Suchfaktor sorgt. Zwar wurde hier das Rad auch nicht neu erfunden, aber die Kombination aus beiden Genres ist doch etwas, das man nicht alle Tage sieht – vor allem, wenn es auch noch gut umgesetzt wurde!

Die Umgebungen sind stimmig und grafisch ziemlich beeindruckend.

Die Umgebungen sind stimmig und grafisch ziemlich beeindruckend.

Ihr wandert alleine oder mit anderen tapferen Kriegern durch riesige Landschaften, die doch eher untypisch für das Action-RPG Genre sind. Der Trick ist aber, dass man in den verschiedenen Missionen auch verschiedene Bereiche der Karte abgrast. So sieht man beim ersten Mal nur einen Bruchteil des Gebiets, welches sich dann über die Missionen hinweg gänzlich offenbart. Prinzipiell kämpft ihr gegen Aliens, die sich auf dem Planeten Erde eingenistet haben. Um den unerwünschten Gästen den Garaus zu machen, bewegt ihr euch mit dem linken Stick, zielt mit dem rechten und schießt mit der Schultertaste. Der simplen und eingängigen Steuerung gesellen sich über den Skill-Baum bis zu drei weitere Spezialangriffe hinzu, welche ihr bei voller Aufladung auslösen könnt. Diese unterscheiden sich von Klasse zu Klasse. So kann ein Kämpfer die Gruppe mit einem Schild versorgen, wo hingegen ein anderer alle um sich rum heilen kann. Hier muss man vorab abwägen, welcher Spielstil einem mehr gefällt.

Alienation ist kein Spiel für Casuals. Der Schwierigkeitsgrad fordert euch bis auf die Knochen!

Alienation ist kein Spiel für Casuals. Der Schwierigkeitsgrad fordert euch bis auf die Knochen!

Durch den doch recht knackigen Schwierigkeitsgrad ist man auch gezwungen, vorsichtig vorzugehen und sowohl auf Munition, als auch auf seinen Nachladerhythmus zu achten. Man kann zwar aus drei Schwierigkeitsstufen wählen, dennoch ist man schnell leichtes Futter für die Gegner, wirft man sich ungestüm in den Kampf. Traut man sich übrigens in härtere Schlachten, bekommt man bessere und seltenere Waffen, frei nach dem Diablo-Prinzip. Apropos Waffen: ihr könnt bis zu drei davon gleichzeitig tragen. Neben Primär- und Sekundärwaffe werdet ihr das ein oder andere Mal auch mit einem schweren Geschütz auf die Meute feuern, vor allem bei großen Bossen, die euren Weg kreuzen. Drohen alle Stricke zu reißen, könnt ihr immer noch durch Wurfgeschosse oder dem Nahkampf eure Haut retten. Rambo wäre stolz auf euch!

Am besten spielt sich Alienation mit Mitspielern. It's dangerous to go alone!

Am besten spielt sich Alienation mit Mitspielern. It’s dangerous to go alone!

Damit der Weg der knapp fünfstündigen Kampagne nicht langweilig wird, könnt ihr Waffen und Ausrüstung mit Sphären verstärken und ihre Stats boosten. Habt ihr mal eine seltene Waffe gefunden und seid mit den Warten überhaupt nicht zufrieden, besteht auch die Möglichkeit, diese gegen mühsam gesammelte Materialien neu rollen zu lassen. Das sei euch auch gut geraten, denn wer glaubt in ständiger Sicherheit zu sein, könnte sich nicht mehr täuschen. Horden oder auch menschliche Eindringlinge erscheinen immer wieder im ungünstigsten Moment. Der PvP Modus des Spiels bietet den gewissen Nervenkitzel und kann tatsächlich punkten – denn, egal wie schwer das Spiel ist, man kann immer noch einen drauf setzen! Dabei habe ich noch gar nicht meine Dark Souls Erlebnisse verarbeitet…

Fazit

Alienation macht Spaß. Vorzugsweise natürlich mit Freunden im Co-op Modus. Das doch recht simple, dennoch gut ausgeklügelte System trifft genau meinen Nerv. Leider ist die Vielfalt der Waffen sehr beschränkt und kann nicht mit anderen Genre-Vertretern des fröhlichen Lootings mithalten. Der Schwierigkeitsgrad ist in meinem Augen zwar hart, aber genau richtig und durch eigene erschwerende Ziele, wie beispielsweise das Zerstören der Rücksetzpunkte für mehr Belohnungen, reizt mich doch sehr. In Alienation ist definitiv mehr Taktik und Teamwork gefragt, als man das von Spielen heutzutage gewohnt ist. Daher kann ich eine Empfehlung für alle Fans der genannten Genre aussprechen, wenn auch mit kleinen Abzügen. Das Spiel ist exklusiv im PlayStation Network für PS4 erhältlich.

WERTUNG: 8/10

Wir bedanken uns bei Sony Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at