Akte X ist zurück

Ich geb’s ja zu, ich war in Gillian Anderson verschossen. Damals, als „Akte X“ das große Ding war und sie mich von jeder zweiten TV-Media-Ausgabe halbnackt anlächelte. Das „I want to believe“ Poster hatte ich auch an der Eingangstür hängen. Das Guckloch nach draußen war genau im unscharfen UFO-Fenster. Jetzt ist die Serie zurück. Warum? Das weiß keiner so genau.

Ich möchte nicht schon wieder die „Fällt euch nix Neues mehr ein“-Diskussion starten. „Ghostbusters“, „Total Recall“, „Mad Max“, „Robocop“, „Turtles“ und noch ältere Remakes bevölkern neben unzähligen Comic-Verfilmungen die Leinwände und TV-Schirme. Nun also meine alte Liebe „Akte X“. Wie bei „24“ hatte ich schon nach wenigen Minuten der ersten Folge dieses „Tote soll man nicht aufwecken“-Gefühl – genau wie beim zweiten Kinofilm aus dem Jahr 2008. Ein Schnelldurchlauf durch 9 Staffeln, schwer konstruierte Dialoge und zwei Schauspieler, die nach der wohl einflussreichsten Mystery-Serie mehr oder weniger erfolgreich durchs Schauspielerleben gestolpert sind. Das Intro haben sie sogar unverändert gelassen. Wirkt alles wie ein Schnellschuss in meinen Augen.

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Vielleicht sehe ich die Geschichte zu kritisch, aber die Macher bemühen sich auch nicht besonders, mir die Serie schmackhaft zu machen. Der schwierige Ansatz einer Überverschwörung,  der mittelspannende Verbündete Tad O’Malley (Joel McHale –Community) und auch sonst wenige Gründe, das 90er-Setting im Jahr 2016 schauen zu wollen. Möglicherweise ist mein harsches Feedback zu früh, beruhen doch meine Eindrücke auf lediglich zwei Folgen, aber es handelt sich um eine Miniserie – viel Zeit bleibt nicht.

Mit niedriger Erwartungshaltung kann man sich die Serie durchaus anschauen, speziell weil sie ab dem 4. Februar auf ORF1 und ab dem 8. Februar bei ProSieben läuft. Vielleicht verliebe ich mich am Ende ja neu.

Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.