1 Jahr PlayStation 4 – ein Fazit

Eigentlich wollte ich gerade Assassin’s Creed: Unity starten, doch hindert mich ein knapp 1GB großer Patch an diesem Vorhaben. Gut, finde ich wenigstens Zeit in diesem emotional passenden Umfeld ein paar Zeilen über ein Jahr mit meiner PS4 zu referieren.

Ich habe meine PS4 nicht vorbestellt. Mein Verlag, der sich hauptberuflich mit dem Thema Videospiele bis zum November 2013 auseinandergesetzt hat, musste knapp vor Release der neuen Konsolen Insolvenz anmelden. Ein Leihgerät der PS4, auf das ich mich sehr gefreut hatte, kam nie an. Die Türen wurden geschlossen. Mein Bedarf an Videospielen für einige Tage gedeckt. Doch der Gamer in mir konnte nicht lange warten. Ich kam über Umwege an Tag 2, dem 30.11.2013, an meine PS4. Seit der PS2 hatte ich jede PlayStation am Erscheinungstag und im vergangenen Jahr war fast genauso aufregend wie bei den Releases davor, wenn auch unter ganz anderen Vorzeichen. Mein Verhältnis zu Videospielen hatte sich in 10 Jahren Redaktionsalltag in ein professionelles verwandelt. Der „Spaß am Spiel“ kam immer hinter „Was kann das Spiel eigentlich?“

IMAG0120

Meine originalverpackte PS4!

Da saß ich nun, gemeinsam mit meiner PS4 in meinem Wohnzimmer, das Internet beobachtend, welches voll mit Suchenden war. Die PS4 war knapp zu dieser Zeit. Rund das Doppelte vom Originalpreis (ca. 400 Euro) konnte man via eBay verdienen, wenn man den richtigen Käufer fand. Ich war in einer Zwickmühle und packte das Gerät für zwei Wochen nicht aus. Zwei Wochen zwischen dem neuen Gerät, das ich zumindest auf diversen Gaming-Messen schon ausprobieren durfte, und barem Geld. Long story short: ich habe das Gerät ausgepackt und in meinem Zimmer aufgebaut. Die Verpackung habe ich vernichtet, um nicht kurz vor Weihnachten doch noch auf die Idee zu kommen, das Ding zu verhökern.

Doch was hat sich seit dieser Zeit getan? Wieso habe ich überhaupt so lange überlegt und die Konsole nicht sofort ausgepackt? Nun, Software sells Hardware, und da hat sich in diesem einen Jahr leider nicht viel getan. Speziell im letzten Weihnachtsgeschäft wurden alle Spiele parallel ausgeliefert, dh auch für die alte Konsolen-Generation (Xbox 360, PS3). Die kosmetischen Verbesserungen, die die PS4 (und auch die Xbox One) mit sich brachten waren nett, aber kein Must-have. Die richtigen Kracher wie GTA V oder The Last of Us, waren sogar Old-Gen-exklusiv. Trotzdem hatte ich Spaß mit dem Gerät. Battlefield 4, Assassin’s Creed: Black Flag und FIFA 14 sahen richtig gut aus und man war es ja als Spieler mittlerweile gewohnt, dass man in erster Linie Aufgüsse bekannter Marken ins Laufwerk schob und keine großartigen Neuheiten. Und dieser Fakt hat sich auch 12 Monate nach Release der Konsole praktisch nicht verändert. Die wichtigen Titel kommen noch immer für die alte Generation, die Exklusivtitel, zumindest die der PS4, lassen mich kalt.

screen_gtav_19

GTA Online spiele ich noch immer – wie schon im letzten Jahr auf der PS3.

Früher war nicht alles besser

Was mich wirklich begeistert ist die Tatsache, dass die PS4 besser funktioniert als der Vorgänger. Die Installationszeiten sind kaum der Rede wert (abgesehen von GTA V), die Online-Kommunikation mit Freunden funktioniert gut (auch wenn man im Gegensatz zur PS3 jetzt für Onlinge-Gaming zahlen muss) und auch sonst ist die PS4 einfach ein rundes Erlebnis. Ja, die Updates nerven gelegentlich, manche Titel kommen unfertig oder mit Abzock-Manier in den Handel, aber irgendwie passt das für mich jetzt. Auch Software-technisch hat man jetzt mehr Auswahl und in der neuen Timeline, die eigene und befreundete Ereignisse darstellt, sehe ich plötzlich nicht nur noch Battlefield 4, sondern eine ganze Palette an unterschiedlichen Spielen. Ich kann mich plötzlich nicht entscheiden, ob ich lieber Dragon Age: Inquisition oder GTA V spielen will und auch Destiny leveln mir mittlerweile rund ein Dutzend Freunde davon. Es tut sich was, auch wenn die PS4 kaum Anstalten in Richtung Mediacenter macht, was uns für diese Generation ja eigentlich vorhergesagt wurde (TV, TV, TV!).

Meine wohl beste Erfahrung mit dieser PlayStation ist, dass Ich kein Spiel mehr am ersten Tag spielen muss, die Wertungsdiskussionen kann ich lachend aus der Distanz betrachten und generell spiele viel weit weniger als früher. Trotzdem macht es mir noch richtig Spaß und seit den Weihnachtstiteln hab ich wieder richtig Lust aufs nach Hause Kommen, um die Konsole anzuwerfen. Gaming ist für mich Quality-Time geworden und die PS4 leistet einen guten Dienst darin, das perfekte Date dafür zu sein.

Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.

  • Michael Ferstl

    Schön, wieder was von Dir zu lesen

    • consalex

      Danke 🙂